2G-Abschaltung 2028: Welche Handys und Geräte betroffen sind

2G-Abschaltung 2028: Welche Handys und Geräte betroffen sind
Talki auf die Schnelle
  • Alle drei Netzbetreiber haben angekündigt, ihr 2G-Netz 2028 abzuschalten: die Telekom voraussichtlich zum 30. Juni, Vodafone bis Ende September, O2 in der zweiten Jahreshälfte.
  • Betroffen sind Handys, die nur 2G oder 3G können, also viele alte Tasten-, Klapp- und Seniorenhandys.
  • Der eigentliche Knackpunkt ist VoLTE. Ein Handy mit 4G, das Anrufe nicht über 4G führen kann, telefoniert heute über 2G. Nach der Abschaltung gehen darauf keine Anrufe und keine Notrufe mehr.
  • Auch Geräte mit eingebauter SIM können betroffen sein: der automatische Notruf eCall im Auto, Hausnotruf, Aufzug-Notruf, Alarmanlagen und Kartenterminals.
  • Mein Rat: Prüf dein Handy jetzt, nicht erst im Sommer 2028. Wie das geht, steht unten.
— Talki, dein Berater

Das 2G-Netz, auch GSM genannt, ist das älteste noch laufende Mobilfunknetz in Deutschland. Es läuft seit den Neunzigern und trägt bis heute einen Teil der Telefonate, vor allem auf alten Handys und in Geräten, die man selten bewusst wahrnimmt, etwa im Auto oder im Aufzug. Die Netzbetreiber wollen die Frequenzen künftig für 4G und 5G nutzen. Wann genau das 2G-Netz verschwindet, welche Geräte das trifft und wie du in wenigen Minuten prüfst, ob dein Handy betroffen ist, erfährst du hier.

Wann wird 2G abgeschaltet?

Die Termine sind Ankündigungen der Netzbetreiber, die die Bundesnetzagentur zusammengefasst hat. Stand ist Oktober 2026.

Netz Geplante Abschaltung Hinweis
Telekom voraussichtlich 30. Juni 2028 gilt auch für Marken, die im Telekom-Netz funken
Vodafone bis Ende September 2028 für einzelne kritische Industrie-Anwendungen bis Ende 2030
O2 (Telefónica) zweite Jahreshälfte 2028 spätestens Ende 2028, genauer Monat noch offen
1&1 wie Vodafone kein eigenes 2G-Netz, nutzt per National Roaming das von Vodafone

Die Ausnahme bei Vodafone betrifft Industrie- und Spezialanwendungen. Für Handys solltest du damit nicht rechnen. Die aktuelle Übersicht findest du in den Fragen und Antworten der Bundesnetzagentur zur 2G-Abschaltung.

Was nach der 3G-Abschaltung jetzt anders ist

Das Ganze ist nicht neu. 2021 haben die Netzbetreiber bereits das 3G-Netz (UMTS) abgeschaltet, Telekom und Vodafone zum 30. Juni 2021, Telefónica zum Jahresende 2021. Damals fielen vor allem schnelle Datenverbindungen auf alten Geräten weg. Wer ein Handy ohne 4G hatte, konnte aber weiter telefonieren und SMS schreiben, weil das 2G-Netz als Rückfallebene blieb.

Diese Rückfallebene verschwindet jetzt. Danach gibt es nur noch 4G (LTE) und 5G. Telefoniert wird dann ausschließlich über das 4G-Netz, mit einer Technik namens VoLTE, Voice over LTE. Was LTE und 5G im Alltag unterscheidet, erklärt unser Ratgeber zu 5G und LTE.

Welche Handys betroffen sind

Handys ohne 4G. Alle Geräte, die nur 2G und 3G beherrschen, funktionieren nach der Abschaltung nicht mehr im Mobilfunknetz. Das betrifft viele ältere Tastenhandys, Klapphandys und einfache Seniorenhandys. Auch ein Handy, das 3G kann, hilft dir nicht weiter, weil es das 3G-Netz seit 2021 nicht mehr gibt.

Handys mit 4G, aber ohne VoLTE. Das ist die Gruppe, die die meisten übersehen. Manche Geräte nutzen 4G nur für mobile Daten und wechseln für jeden Anruf ins 2G-Netz. Im Alltag merkst du davon nichts, das Handy zeigt ja „4G" oder „LTE" an. Nach der Abschaltung funktionieren auf solchen Geräten laut Bundesnetzagentur aber weder Anrufe noch Notrufe. Betroffen sind vor allem ältere 4G-Geräte, bei einfachen Handys auch jüngere.

Ältere 4G-Handys mit Lücken bei den Frequenzen. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass ältere 4G- und 5G-Geräte nicht unbedingt alle Frequenzbereiche nutzen, die die Netzbetreiber in Deutschland einsetzen. Gerade auf dem Land kann das nach der Abschaltung schlechteren Empfang bedeuten, weil frei werdende Frequenzen für 4G und 5G umgewidmet werden.

Alte SIM-Karten und Tarife. Auch SIM-Karte und Tarif müssen 4G-fähig sein. Bei sehr alten Verträgen lohnt sich die Nachfrage beim Anbieter.

Für die meisten Smartphones der letzten Jahre ändert sich nichts. Sie können 4G und VoLTE, telefonieren also schon heute über 4G.

Welche anderen Geräte betroffen sein können

Viele Geräte haben eine SIM-Karte eingebaut, ohne dass man es ihnen ansieht. Die Bundesnetzagentur nennt ausdrücklich Funkmodule in Fahrzeugen, etwa für den Notruf oder die Standheizung, Notruf-Module in Aufzügen, Terminals für die Kartenzahlung sowie Sensoren und Messgeräte, jeweils sofern sie nicht 4G- oder 5G-fähig sind.

Auto und eCall. Seit 2018 müssen neue Pkw-Typen in der EU den automatischen Notruf eCall haben, der bei einem Unfall selbst die 112 wählt. Viele dieser Systeme funken über 2G. Laut Kraftfahrt-Bundesamt funktioniert eCall in solchen Fahrzeugen nach der Abschaltung nicht mehr. Fahrzeuge mit jüngerer Typgenehmigung nutzen bereits 4G oder 5G (NG eCall) und sind nicht betroffen. Wichtig für alle, die das beunruhigt: Ein ausgefallenes eCall ist laut Kraftfahrt-Bundesamt kein Mangel bei der Hauptuntersuchung, Betriebserlaubnis und Zulassung bleiben gültig. Ob dein Auto ein 2G-basiertes eCall hat und ob es sich umrüsten lässt, erfährst du beim Hersteller oder in der Fachwerkstatt. Manche Hersteller betreiben eigene Notruf-Zentralen, die über 4G erreichbar sein können. Den Notruf 112 kannst du nach einem Unfall weiterhin mit deinem Handy wählen, vorausgesetzt, es kann selbst über 4G telefonieren. Mehr dazu steht in der Fachinformation des Kraftfahrt-Bundesamts zur 2G-Abschaltung.

Hausnotruf und Aufzug-Notruf. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Notrufsysteme in Aufzügen und Häusern auf 4G- oder 5G-Technik umgerüstet werden müssen, wenn sie noch über 2G laufen. Hast du einen Hausnotruf mit Mobilfunkanbindung, frag beim Anbieter des Hausnotrufs nach, ob dein Gerät betroffen ist. Für Aufzüge ist der Betreiber zuständig, in Mietshäusern also in der Regel die Hausverwaltung.

Alarmanlagen. Ältere Alarmanlagen und Überwachungssysteme mit Mobilfunk-Modul funktionieren laut Verbraucherzentrale oft nur mit 2G. Ansprechpartner ist der Hersteller oder der Betrieb, der die Anlage eingebaut hat.

Kartenterminals. Wer ein Geschäft oder einen Marktstand hat und mit einem mobilen Terminal kassiert, sollte beim Zahlungsdienstleister nachfragen, ob das Gerät 4G nutzt.

Eine vollständige Liste aller betroffenen Geräte gibt es nicht. Die Bundesnetzagentur verweist für jedes einzelne Gerät auf den Hersteller oder den Mobilfunkanbieter.

So prüfst du, ob dein Handy betroffen ist

1. Datenblatt und Verpackung ansehen. Steht dort nur „GSM", „Dualband" oder „Triband", ist es ein reines 2G-Handy. Steht dort „4G" oder „LTE", ist das ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis. Entscheidend ist, ob zusätzlich VoLTE genannt wird. Fehlt die Angabe, hilft die Modellbezeichnung bei einer Suche auf der Website des Herstellers.

2. Beim Telefonieren auf die Anzeige achten. Schau auf die Netzanzeige oben im Display, während du telefonierst. Steht dort weiter „4G", „LTE" oder „5G", läuft dein Anruf über das moderne Netz. Springt die Anzeige während des Gesprächs auf „2G", „GSM", „E" oder „Edge" um, wechselt dein Handy für Anrufe ins 2G-Netz. Das ist genau der Fall, der ab 2028 nicht mehr funktioniert. Diesen Test empfiehlt auch die Verbraucherzentrale.

3. In den Einstellungen nach VoLTE suchen. Auf vielen Geräten lässt sich VoLTE ein- und ausschalten. Ist die Option vorhanden, sollte sie an sein.

  • iPhone: Einstellungen, Mobilfunk, deine SIM antippen, dann Sprache und Daten. Bei vielen Tarifen ist VoLTE fest aktiv und erscheint dort nicht als Schalter, das ist in Ordnung.
  • Samsung Galaxy: Einstellungen, Verbindungen, Mobile Netzwerke, dann VoLTE-Anrufe.
  • Google Pixel: Einstellungen, Netzwerk und Internet, deine SIM antippen, dann 4G-Anrufe beziehungsweise VoLTE.
  • Tastenhandys und Seniorenhandys: Die Menüs unterscheiden sich stark. Such unter Einstellungen nach einem Punkt wie Netz, Mobilfunk oder Netzwerk. Gibt es dort eine Auswahl wie 2G, 3G und 4G oder einen Eintrag VoLTE, kann dein Gerät 4G.

Wie du VoLTE und WLAN-Anrufe für besseren Empfang nutzt, zeigt unser Ratgeber zum Handy-Empfang Schritt für Schritt.

4. Testanruf im 4G-Modus. Bietet dein Handy beim Netzmodus eine Einstellung wie „nur LTE" oder „nur 4G", kannst du sie für einen Test wählen und dich von jemandem anrufen lassen. Kommt der Anruf durch und kannst du selbst anrufen, ist dein Gerät für die Zeit nach der Abschaltung gerüstet. Stell den Netzmodus danach wieder auf automatisch zurück. Nicht jedes Gerät bietet diese Einstellung an.

5. Im Zweifel nachfragen. Dein Mobilfunkanbieter kann dir sagen, ob dein Gerät und deine SIM-Karte im 4G-Netz telefonieren. Wenn du dir unsicher bist oder einen passenden Tarif suchst, schau mit deinem Handy im TP Store in Eilenburg vorbei. Wir sehen uns das Gerät gemeinsam mit dir an und beraten dich zum Tarif.

Was du tun solltest und bis wann

Spätestens bis zum Abschalttermin deines Netzes muss jedes Gerät, das telefonieren oder einen Notruf absetzen soll, über 4G laufen. Bei der Telekom ist das voraussichtlich Ende Juni 2028, bei Vodafone und 1&1 Ende September 2028, bei O2 im Lauf der zweiten Jahreshälfte 2028. Warten bis kurz davor ist trotzdem keine gute Idee, aus drei Gründen.

Erstens dauern Umrüstungen bei Hausnotruf, Alarmanlage oder Auto oft länger als gedacht, weil Anbieter, Techniker und Werkstätten erst einen Termin brauchen. Zweitens rechnet die Verbraucherzentrale mit Engpässen, wenn viele kurz vor Schluss umrüsten. Drittens triffst du beim Kauf eines neuen Geräts besser eine ruhige Entscheidung als unter Zeitdruck.

Eine sinnvolle Reihenfolge:

  • Eigenes Handy und die Handys von Eltern oder Großeltern nach den Schritten oben prüfen.
  • Bei Hausnotruf, Alarmanlage und anderen Geräten mit SIM-Karte den Anbieter fragen und die Antwort schriftlich geben lassen.
  • Beim Auto den Hersteller oder die Werkstatt nach eCall fragen, wenn dir die automatische Notruffunktion wichtig ist.
  • Bei sehr alten Verträgen prüfen lassen, ob SIM-Karte und Tarif 4G-fähig sind.

Wenn ein neues Handy fällig ist

Achte beim Neukauf nicht nur auf „4G" im Namen, sondern ausdrücklich auf VoLTE. Bei Smartphones der letzten Jahre ist das Standard, bei einfachen Handys lohnt der genaue Blick ins Datenblatt.

Wer bei Tasten bleiben möchte, findet heute Seniorenhandys mit 4G und VoLTE. Bei uns sind das zum Beispiel das Gigaset GL795 und das Doro Leva E10. Beide nennen in den Herstellerangaben 4G und VoLTE. Darf es ein einfach zu bedienendes Smartphone sein, gehört das Emporia SMART.5 dazu, ebenfalls mit 4G und VoLTE. Weitere Smartphones mit großer Schrift, die für den Einstieg gut geeignet sind, findest du bei den Smartphones für Senioren.

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Einfache Smartphones für Senioren

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Ob ein Tastenhandy oder doch ein Smartphone besser passt, hängt davon ab, was das Handy können soll. Die Abwägung haben wir in Seniorenhandy oder Smartphone aufgeschrieben. Und wenn der Wechsel jetzt ohnehin ansteht, hilft unser Ratgeber zum Umstieg vom Tastenhandy aufs Smartphone bei den ersten Schritten.

Häufige Fragen

Funktioniert mein altes Handy nach der Abschaltung noch für den Notruf 112? Nein, wenn es nur 2G kann oder ohne VoLTE über 2G telefoniert. Laut Bundesnetzagentur funktionieren auf solchen Geräten dann weder normale Anrufe noch Notrufe.

Kann ich mit meinem 2G-Handy nach der Abschaltung noch SMS schreiben? Nein. Ohne 2G-Netz hat ein reines 2G-Handy überhaupt keine Verbindung zum Mobilfunknetz mehr.

Mein Handy zeigt 4G an. Bin ich auf der sicheren Seite? Nicht unbedingt. Entscheidend ist, ob die Anzeige auch während eines Anrufs auf 4G bleibt. Springt sie auf 2G, GSM oder E, fehlt VoLTE oder es ist ausgeschaltet.

Muss mein Auto wegen eCall in die Werkstatt? Pflicht ist das nicht. Ein ausgefallenes eCall wird laut Kraftfahrt-Bundesamt bei der Hauptuntersuchung nicht bemängelt. Ob eine Umrüstung möglich ist, sagt dir der Hersteller.

Fazit

2028 verschwindet das 2G-Netz in Deutschland, bei der Telekom voraussichtlich als Erstes Ende Juni. Danach wird nur noch über 4G und 5G telefoniert. Betroffen sind alte Handys ohne 4G und, weniger offensichtlich, 4G-Handys ohne VoLTE. Dazu kommen Geräte mit eingebauter SIM-Karte wie eCall im Auto, Hausnotruf, Aufzug-Notruf und ältere Alarmanlagen. Ob dein Handy betroffen ist, siehst du am einfachsten bei einem Anruf an der Netzanzeige. Bleibt sie auf 4G oder LTE, bist du gerüstet. Springt sie auf 2G, GSM oder E, solltest du VoLTE prüfen oder rechtzeitig ein neues Gerät einplanen. Für alle Fragen zu Gerät und Tarif helfen wir dir gern im TP Store in Eilenburg.

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