Das beste Alter fürs refurbished iPhone: wo der Sweet Spot liegt
Wenn du ein generalüberholtes iPhone kaufst, stellst du dir irgendwann dieselbe Frage wie fast jeder: Wie alt darf es sein? Zu neu, und du zahlst fast so viel wie für ein Neugerät. Zu alt, und du riskierst, dass die Update-Versorgung bald ausläuft. Irgendwo dazwischen liegt der Punkt, an dem beides zusammenpasst, der niedrige Preis und die lange Restlaufzeit. Die meisten Ratgeber raten hier aus dem Bauch. Wir können es dir mit eigenen Zahlen belegen.
Wir verkaufen seit Jahren geprüfte iPhones und haben ausgewertet, wie sich unsere realisierten Verkaufspreise über die Modelljahre entwickeln. Daraus ist der Refurbished-Preisindex entstanden, unsere eigene Datenauswertung. Sie zeigt eine sehr klare Kurve, und aus dieser Kurve lässt sich ablesen, wann der Kauf am meisten für dich herausholt. In diesem Ratgeber koppeln wir diese Preiskurve mit den Update-Jahren und zeigen dir, wo der Sweet Spot liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Wertverlust läuft nicht gleichmäßig, sondern vorne steil und hinten flach. In den ersten ein bis zwei Jahren verliert ein iPhone den Großteil seines Werts, danach flacht die Kurve deutlich ab.
- In Zahlen aus unserer Auswertung: Ein iPhone 14 lag zum Auswertungszeitpunkt bei rund −45 %, ein iPhone 13 bei −67 %, ein iPhone 12 bei −77 %, ein iPhone 11 bei −78 %. Zwischen dem dritten und vierten Jahr passiert also kaum noch etwas.
- Der Sweet Spot liegt bei etwa zwei bis drei Jahren. Da ist der steile Verlust vorbei, der Preis ist unten, und die Update-Versorgung reicht noch lange.
- Zu neu heißt, du zahlst fast Neupreis. Ein Modell kommt im Schnitt erst rund sieben Monate nach Marktstart in nennenswerter Zahl bei uns refurbished an, anfangs noch nah am Neupreis.
- Zu alt heißt, das Update-Fenster wird knapp. Deshalb koppelst du die Preisfrage immer an die Update-Frage, nicht ans Baujahr allein.
Warum der Preis am Anfang so schnell fällt
Ein iPhone verliert seinen Wert nicht in gleichmäßigen Scheiben pro Jahr. Der Verlauf sieht eher aus wie eine Rutsche, die oben steil ist und unten fast waagerecht ausläuft. Das erste und zweite Jahr kosten am meisten Wert, weil in dieser Zeit das Nachfolgemodell erscheint, die Aufmerksamkeit dorthin wandert und das Vorjahresmodell vom Neuheiten-Aufschlag befreit wird. Danach ist der teure Teil des Verlusts erledigt, und der Preis bewegt sich nur noch langsam.
Das ist keine Vermutung, sondern lässt sich in unseren eigenen Verkaufsdaten ablesen. Wichtig vorweg, damit wir ehrlich bleiben: Was du hier siehst, sind unsere realisierten Verkaufspreise über die Jahre, also eine eigene Stichprobe aus unserem Sortiment. Es ist kein Gesamtmarktwert und keine Prognose, sondern das, was bei uns tatsächlich über die Ladentheke gegangen ist.
Wenn du die vier jüngeren iPhone-Generationen nebeneinanderlegst, wird die Form der Kurve sofort sichtbar. Die Prozentwerte zeigen, wie weit der Preis eines Modells (jeweils in der 128-GB-Variante) unter dem Ausgangsniveau lag, gemessen an unseren realisierten Verkaufspreisen:
Achte auf die Abstände. Vom iPhone 14 zum iPhone 13 sind es 22 Prozentpunkte, ein großer Sprung. Vom iPhone 13 zum iPhone 12 nur noch 10, und vom iPhone 12 zum iPhone 11 gerade einmal 1 Prozentpunkt. Genau das ist die abflachende Kurve: Der teure Verlust liegt vorne, hinten passiert fast nichts mehr.
Woher die Zahlen kommen, und was sie nicht sind
Damit du die Kurve richtig einordnest: Die Werte stammen aus unserem Refurbished-Preisindex, einer eigenen Auswertung realisierter Verkaufspreise aus unserem Sortiment. Wir haben je Modell die 128-GB-Variante herangezogen und geschaut, wie weit ihr Preis über die Zeit vom Ausgangsniveau abgerückt ist.
Zwei Dinge sind uns wichtig. Erstens: Das ist unsere Stichprobe, nicht der Gesamtmarkt. Andere Betrachtungen können abweichen, je nachdem welche Modelle, Speichergrößen und Zeiträume sie ansehen. Wir sprechen ausdrücklich nur über unsere realisierten Verkaufspreise, nicht über einen allgemeinen Marktwert. Zweitens: Ein Modell kommt bei uns im Schnitt erst rund sieben Monate nach seinem Marktstart in nennenswerter Zahl refurbished an, und dann noch nah am Neupreis (wann welche Modelle bei uns ankommen, zeigt unsere Auswertung). Erste, dünne Verfügbarkeit gibt es am Markt zwar früher, aber in Menge und geprüft dauert es. Das erklärt, warum es die ganz frischen Modelle refurbished kaum günstig gibt. Der Nachschub muss erst durch den ersten Nutzungszyklus laufen, bevor er bei uns geprüft im Regal steht.
Die ganze Methodik, weitere Modelle und die Kurve über mehr Generationen findest du in der Datenauswertung selbst. Dort ist auch dokumentiert, wie wir die Preise erheben.
Der Sweet Spot: zwei bis drei Jahre
Jetzt setzen wir die beiden Hälften zusammen, den Preis und die Update-Jahre. Der Preis sagt: Warte, bis der steile Verlust vorbei ist, also bis etwa zwei Jahre nach Marktstart. Dann ist der Löwenanteil der Abwertung bereits eingepreist, und jeder weitere Monat drückt den Preis nur noch wenig. Wer genau dann kauft, lässt andere den teuren Anfangsverlust tragen.
Die zweite Hälfte ist die Software. Ein iPhone bleibt so lange sicher und aktuell, wie Apple es mit iOS-Updates versorgt, und das sind bei iPhones traditionell viele Jahre. Wenn du ein zwei bis drei Jahre altes Modell nimmst, ist der Preis unten und trotzdem noch ein langes Update-Fenster übrig. Wie du die verbleibende Versorgung für dein Wunschmodell nachrechnest, steht Schritt für Schritt in Wie lange bekommt mein Smartphone Updates?. Nachprüfen statt raten lautet die Regel, und das gilt gerade beim Gebrauchtkauf.
Praktisch vergleichbar wird beides über das neue EU-Energielabel für Smartphones. Über die zugehörige EU-Datenbank EPREL lässt sich die zugesagte Versorgungsdauer eines Modells nachschlagen, dazu Akku und Reparierbarkeit. Wichtig zu wissen: Die Update-Versorgung hängt am Modell, nicht am Zustand. Ein geprüftes iPhone von vor zwei Jahren steht bei den Updates genauso da wie das fabrikneue Exemplar desselben Modells.
Zu neu, zu alt, genau richtig
Damit du die Logik im Kopf hast, hier die drei Fälle:
- Zu neu. Ein Modell aus dem laufenden oder letzten Jahr gibt es refurbished kaum und wenn, dann nah am Neupreis. Du bezahlst hier den steilen Teil der Kurve mit, den du eigentlich umgehen willst. Für die reine Ersparnis lohnt das selten.
- Genau richtig. Zwei bis drei Jahre nach Marktstart. Der Preis ist unten, weil der steile Verlust durch ist, und die Updates laufen noch mehrere Jahre. Das ist der Punkt, an dem Preis und Restlaufzeit am besten zusammenpassen.
- Zu alt. Vier Jahre und älter spart beim Preis kaum noch etwas gegenüber dem Drei-Jahres-Modell, wie die flache Kurve zeigt, aber das Update-Fenster wird spürbar kleiner. Hier kaufst du günstig, verkürzt aber die Zeit, die dich das Gerät sicher begleitet.
Der Trick ist also nicht, das billigste Modell zu nehmen, sondern das, bei dem der Preis schon unten ist und die Updates noch lange laufen. Deshalb koppelst du die Preisfrage immer an die Update-Frage.
Was das für deinen Kauf bedeutet
Übersetzt in die Praxis heißt der Sweet Spot heute vor allem die iPhone-13-Generation, mit dem iPhone 12 als günstigerer und dem iPhone 14 als frischerer Nachbar. Welches davon zu dir passt, hängt an deinem Budget und daran, wie lange du das Gerät behalten willst. Eine Entscheidungshilfe zwischen zwei konkreten Jahrgängen findest du in iPhone 12 oder 13? und, wenn du die 13er-Reihe genauer eingrenzen willst, in Welches iPhone 13 ist das richtige?. Ob sich überhaupt ein Neugerät lohnt oder ein geprüftes die klügere Wahl ist, klärt der Ratgeber Neues iPhone oder generalüberholt?.
Und noch ein Punkt, der über die tatsächliche Lebensdauer mehr aussagt als das Baujahr: der Akku. Er ist das einzige Bauteil, das mit der Zeit spürbar nachlässt. Beim iPhone kannst du seinen Zustand in zwei Taps selbst ablesen, wie das geht, steht in iPhone-Batteriezustand prüfen. Bei uns ist jedes Gerät im Haus geprüft und auf Funktion und Optik kontrolliert, den Zustand weisen wir vorher offen aus, statt dich auf ein Wort verlassen zu lassen.
Wenn du dir die aktuellen Modelle direkt ansehen willst, hier die Generationen rund um den Sweet Spot, mit Live-Preis und Energielabel auf der Karte:
Talkis Empfehlung
Die Kurve ist eindeutig genug, um aus dem Bauchgefühl eine Regel zu machen: Kauf nicht das neueste und nicht das älteste, sondern das Modell, bei dem der steile Wertverlust schon passiert ist und die Updates noch lange laufen. Nach unseren realisierten Verkaufspreisen ist das der Bereich um zwei bis drei Jahre nach Marktstart. Da lässt du andere den teuren Anfang bezahlen und hast trotzdem ein Gerät, das dich noch Jahre sicher begleitet. Prüf vor dem Kauf zwei Dinge, die verbleibende Update-Versorgung und den Akkuzustand, dann stimmt der Preis und die Rechnung geht auf. Unsicher? Frag mich.
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Häufige Fragen
Wie alt sollte ein refurbished iPhone idealerweise sein? Nach unseren realisierten Verkaufspreisen liegt der günstigste Punkt bei etwa zwei bis drei Jahren nach Marktstart. Dann ist der steile Wertverlust der ersten Jahre vorbei, der Preis ist unten und die Update-Versorgung reicht noch mehrere Jahre. Zu neu heißt fast Neupreis, zu alt heißt kürzeres Update-Fenster.
Warum verliert ein iPhone am Anfang so viel Wert? Weil in den ersten ein bis zwei Jahren das Nachfolgemodell erscheint und der Neuheiten-Aufschlag wegfällt. In unserer Auswertung lag ein iPhone 14 bei rund −45 %, ein iPhone 13 bei −67 %. Danach flacht die Kurve ab: iPhone 12 −77 %, iPhone 11 −78 %. Zwischen dem dritten und vierten Jahr passiert also kaum noch etwas.
Sind das allgemeine Marktpreise? Nein. Es sind unsere eigenen realisierten Verkaufspreise aus unserem Sortiment, jeweils die 128-GB-Variante, zusammengefasst im Refurbished-Preisindex. Das ist eine eigene Stichprobe, kein Gesamtmarktwert. Andere Betrachtungen können je nach Modellen und Zeitraum abweichen.
Bekommt ein zwei bis drei Jahre altes iPhone noch lange Updates? In der Regel ja. Apple versorgt iPhones traditionell viele Jahre mit iOS-Updates. Die Versorgung hängt am Modell, nicht am Zustand. Wie du die verbleibende Dauer für dein Wunschmodell nachprüfst, steht im Ratgeber zur Update-Versorgung und lässt sich über das EU-Energielabel und die EPREL-Datenbank nachschlagen.
Warum gibt es die ganz neuen iPhones kaum günstig refurbished? Ein Modell kommt bei uns im Schnitt erst rund sieben Monate nach Marktstart in nennenswerter Zahl refurbished an, und dann noch nah am Neupreis. Der Nachschub muss erst durch den ersten Nutzungszyklus laufen. Deshalb lohnt sich bei ganz frischen Modellen die Ersparnis selten.
Lohnt sich ein sehr altes iPhone wegen des niedrigen Preises? Nur bedingt. Ab etwa vier Jahren spart ein noch älteres Modell beim Preis kaum mehr als das Drei-Jahres-Modell, weil die Kurve flach ist. Gleichzeitig wird das Update-Fenster kleiner. Der bessere Kompromiss aus Preis und Restlaufzeit liegt eine Stufe darüber.
Über diesen Ratgeber
Diesen Ratgeber hat Talki zusammengestellt, der digitale Assistent von talk-point. Die Zahlen stammen aus unserer eigenen Datenauswertung, dem Refurbished-Preisindex. Du hast eine Frage, die hier nicht beantwortet wird? Frag Talki — er hilft dir direkt weiter.