Ortungsdienste verwalten: den Standort je App steuern

Ortungsdienste verwalten: den Standort je App steuern

Dein Handy weiß, wo du bist, und teilt das mit vielen Apps. Das ist mal praktisch, mal unnötig: Die Karten-App braucht deinen Standort, ein Spiel oder eine Taschenlampen-App nicht. Ortungsdienste sind der zentrale Schalter dafür, und du musst nicht alles pauschal an- oder ausschalten. Du kannst je App entscheiden. Diese Anleitung zeigt dir, wo du das einstellst, für iPhone, Samsung Galaxy und Google Pixel getrennt, und sie sagt dir ehrlich, was diese Einstellung schützt und was nicht.

Talkis Tipp. Schalt die Ortung nicht komplett ab, sondern geh die App-Liste einmal durch. Alles, was mit Navigation, Wetter, Foto-Ort oder dem Wiederfinden des Geräts zu tun hat, darf den Standort bekommen. Der Rest steht auf „Nie". So behältst du die nützlichen Funktionen und gibst nur her, was wirklich nötig ist. Wie diese Menüs auf verschiedenen Modellen aussehen, siehst du quer durchs Smartphone-Sortiment — die Logik ist überall dieselbe. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Ortungsdienste sind ein zentraler Schalter plus eine Freigabe je App. Du kannst alles auf einmal ausschalten oder gezielt einzelnen Apps den Zugriff erlauben oder verbieten.
  • iPhone: Einstellungen, dann Datenschutz & Sicherheit, dann Ortungsdienste. Pro App wählst du zwischen Nie, Beim nächsten Mal oder beim Teilen fragen, Beim Verwenden der App und Immer.
  • Android (Samsung und Pixel): Einstellungen, dann Standort. Pro App gibt es Immer zulassen, Nur während der Nutzung, Jedes Mal fragen und Nicht zulassen.
  • Präziser Standort ist ein eigener Schalter. Du kannst einer App den ungefähren Standort geben, ohne den genauen preiszugeben, zum Beispiel einer Wetter-App.
  • Ehrlich bleiben: Ortungsdienste steuern nur, welche Apps auf den Standortsensor zugreifen. Sie verhindern nicht, dass dein Mobilfunkanbieter oder deine IP-Adresse grob verraten, wo du bist.
  • Für Wiederfinden, Diebstahlschutz und Familienstandort brauchst du die Ortung eingeschaltet. Wer alles abschaltet, verliert auch „Wo ist?" bzw. „Mein Gerät finden".

Was Ortungsdienste überhaupt sind

Ein Smartphone bestimmt seinen Standort über mehrere Quellen: GPS-Satelliten, die Funkzellen des Mobilnetzes und in der Nähe erkennbare WLAN-Netze und Bluetooth-Signale. Die Ortungsdienste sind die Schaltzentrale, die entscheidet, welche App aus diesen Quellen deine Position abfragen darf. Schaltest du sie komplett aus, bekommt keine App mehr den Standort, auch nicht das Betriebssystem für seine eigenen Funktionen.

Der Sinn der Einzelfreigabe: Nicht jede App braucht den Standort, und nicht immer. Eine Navigation braucht ihn nur, während du sie benutzt. Eine Wetter-App reicht der ungefähre Ort. Ein Spiel braucht ihn gar nicht. Genau das kannst du festlegen.

iPhone: Ortungsdienste zentral und je App steuern

Beim iPhone findest du alles an einer Stelle. Öffne Einstellungen, tippe auf Datenschutz & Sicherheit und dann auf Ortungsdienste.

Alles auf einmal aus- oder einschalten. Ganz oben steht der Hauptschalter Ortungsdienste. Ist er aus, bekommt keine App und kein Systemdienst mehr deinen Standort. Apple weist darauf hin, dass dann viele nützliche Funktionen nicht mehr arbeiten, von der Navigation bis zum Wiederfinden des Geräts.

Je App entscheiden. Darunter listet das iPhone jede App auf, die schon einmal nach dem Standort gefragt hat. Tippst du auf eine App, hast du diese Wahl:

  • Nie: Die App bekommt den Standort nie.
  • Beim nächsten Mal oder beim Teilen fragen: Die App fragt beim nächsten Öffnen erneut, du entscheidest dann einmalig.
  • Beim Verwenden der App: Die App darf den Standort nur abrufen, während du sie geöffnet und im Blick hast. Das ist für die meisten Apps die richtige Wahl.
  • Immer: Die App darf den Standort auch im Hintergrund abrufen. Das ist nur für wenige Apps sinnvoll, etwa für „Wo ist?" oder eine App, die dich vor Ort erinnern soll.

Präziser Standort. Auf derselben Seite gibt es den Schalter Genauer Standort. Schaltest du ihn aus, erhält die App nur deine ungefähre Gegend statt der metergenauen Position. Für Wetter oder lokale Nachrichten genügt das völlig, für Navigation nicht.

Systemdienste. Ganz unten in der Ortungsdienste-Liste steht Systemdienste. Dort steuerst du, wofür das iPhone selbst den Standort nutzt, etwa für Zeitzone, ortsbezogene Vorschläge oder das Verbessern der Karten. Diese Schalter kannst du einzeln umlegen, wenn du dem System weniger Standortzugriff geben willst.

Android: Standort steuern bei Samsung und Pixel

Bei Android sitzt der Standort in einem eigenen Menüpunkt. Der Weg ist bei Samsung und Pixel fast identisch, mit kleinen Namensunterschieden.

Samsung Galaxy. Öffne Einstellungen und tippe auf Standort. Oben steht der Hauptschalter, mit dem du die Ortung komplett an- oder ausschaltest; schneller geht es über die Kachel Standort im Schnellzugriff, den du von oben herunterziehst. Unter App-Berechtigungen siehst du, welche Apps Zugriff haben, und änderst ihn einzeln. Unter Standortgenauigkeit (oder ähnlich benannt) kannst du das WLAN- und Bluetooth-Scannen zulassen, das die Ortung genauer macht, aber etwas mehr Akku braucht.

Google Pixel. Öffne Einstellungen und tippe auf Standort. Auch hier gibt es den Hauptschalter oben und darunter die Liste der Apps mit Standortzugriff. Google fasst die Einstellungen unter Standort zusammen; über App-Standortberechtigungen kommst du zur Liste, über die du je App entscheidest.

Je App entscheiden. Wenn du bei Samsung oder Pixel eine App auswählst, stehen dir laut Google diese Stufen zur Verfügung:

  • Immer zulassen: Die App darf jederzeit auf den Standort zugreifen, auch im Hintergrund.
  • Zugriff nur während der Nutzung der App zulassen: nur, solange die App offen ist. Das ist die Standardempfehlung für die meisten Apps.
  • Jedes Mal fragen: Die App fragt bei jedem Start neu.
  • Nicht zulassen: Die App bekommt den Standort nicht.

Genauen Standort verwenden. Wenn eine App Zugriff hat, kannst du zusätzlich den Schalter Genauen Standort verwenden ausschalten. Dann bekommt die App nur deinen ungefähren Standort. Das ist derselbe Gedanke wie beim iPhone: der App so wenig geben, wie sie für ihren Zweck braucht.

Was das schützt, und was nicht

Hier lohnt sich Ehrlichkeit, weil viele Ratgeber mehr versprechen, als die Einstellung leisten kann.

Was du damit tatsächlich in der Hand hast: Über die Ortungsdienste entscheidest du, welche installierten Apps den Standortsensor deines Geräts abfragen dürfen und wie genau. Setzt du eine App auf „Nie" oder „Nicht zulassen", sieht diese App deinen Standort nicht mehr. Das ist ein echter, wirksamer Hebel gegen neugierige Apps.

Was es nicht verhindert: Dein Mobilfunkanbieter weiß aus technischen Gründen immer grob, in welcher Funkzelle du bist, ganz ohne GPS. Auch deine IP-Adresse verrät Webseiten und Diensten eine ungefähre Region. Fotos können Ortsdaten in den Metadaten tragen, wenn die Kamera-App den Standort speichern darf. Und Konten wie das Google-Konto oder deine Apple Account können, je nach deinen Einstellungen, einen Standortverlauf führen. Der Sensor-Schalter im Gerät fasst das alles nicht an.

Kurz gesagt: Ortungsdienste sind das richtige Werkzeug gegen App-Zugriffe. Gegen die groben Standortspuren, die allein durch das Telefonieren und Surfen entstehen, helfen sie nicht.

Standortverlauf auf Konto-Ebene

Neben dem Sensor gibt es eine zweite Ebene, die viele übersehen: den Standortverlauf im Konto. Beim Google-Konto heißt die Funktion Zeitachse und ist heute standardmäßig zurückhaltend eingestellt; du kannst sie in den Google-Kontoeinstellungen deaktivieren und vorhandene Daten löschen. Beim iPhone führt das System unter Systemdienste eine Liste „Wichtige Orte", die du dort einsehen und leeren kannst. Wenn dir Datenschutz wichtig ist, schau beide Stellen an, nicht nur den App-Schalter.

Wer beim Aufräumen gleich weiterdenkt: Wie du ein Gerät vor dem Verkauf oder der Weitergabe wirklich sauber bekommst, steht im Ratgeber Daten sicher löschen. Und ob dein Handy überhaupt zusätzlichen Schutz braucht, klärt Brauche ich Virenschutz auf dem Smartphone?.

Wenn die Ortung eingeschaltet bleiben soll

Nicht immer ist Ausschalten das Ziel. Für ein paar wichtige Funktionen brauchst du die Ortung sogar:

  • Gerät wiederfinden. „Wo ist?" beim iPhone und „Mein Gerät finden" bei Android arbeiten nur mit eingeschalteter Ortung. Ist dein Handy weg, zählt jede Minute. Die richtige Reihenfolge zum Orten und Sperren steht im Ratgeber Handy gestohlen oder verloren, was tun.
  • Familienstandort. Willst du sehen, wo das Gerät deines Kindes ist, muss dort die Ortung an sein. Wie du das zusammen mit Zeitlimits und Filtern einrichtest, zeigt Kindersicherung am Smartphone einrichten.
  • Sachen orten. Ein Bluetooth-Tracker findet nur zurück, wenn die Ortung des Handys aktiv ist. Wie das bei Apples Tracker läuft, steht in AirTag einrichten und orten.

Der beste Kompromiss ist meistens nicht der Hauptschalter, sondern die saubere App-Liste: Ortung an, aber nur die Apps freigegeben, die sie brauchen.

Recommerce: die Einstellung hängt am System, nicht am Gerätezustand

Diese ganzen Standort-Menüs gehören zu iOS und Android, nicht zur Hardware. Sie sehen auf einem generalüberholten Gerät genauso aus wie auf einem fabrikneuen und lassen sich genauso bedienen. Ob du ein iPhone, ein Samsung Galaxy oder ein Pixel neu oder geprüft gebraucht kaufst, ändert an der Datenschutz-Kontrolle nichts. Wichtig ist nur, dass das Modell noch Betriebssystem-Updates bekommt, denn mit den Updates kommen auch die Verbesserungen bei den Berechtigungen. Worauf du dabei achtest, steht in Wie lange bekommt mein Smartphone Updates. Wenn du dir ohnehin ein anderes Gerät ansehen willst, findest du neue und im Haus geprüfte Modelle nebeneinander im Smartphone-Sortiment.

Talkis Empfehlung

Lass die Ortung eingeschaltet und räum stattdessen die App-Liste auf. Geh einmal in Ruhe durch, welche App den Standort wirklich braucht, setz Navigation, Karten und Wiederfinden auf „Beim Verwenden" bzw. „Nur während der Nutzung", schalt den genauen Standort nur dort ein, wo Metergenauigkeit nötig ist, und setz alles andere auf „Nie". Diese fünf Minuten bringen dir mehr als der große Hauptschalter, weil du die nützlichen Funktionen behältst und trotzdem kaum noch Standort hergibst. Wenn du dabei unsicher bist, welche App was braucht, frag mich.

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Häufige Fragen

Wo schalte ich die Ortungsdienste ganz aus? Beim iPhone unter Einstellungen, Datenschutz & Sicherheit, Ortungsdienste, dort den obersten Schalter. Bei Samsung und Pixel unter Einstellungen, Standort, ebenfalls der Schalter oben. Bedenke, dass dann keine App mehr den Standort bekommt, auch nicht Navigation oder das Wiederfinden des Geräts.

Muss ich alles ausschalten oder geht das je App? Es geht je App. Genau dafür sind die Berechtigungsstufen da. Beim iPhone wählst du pro App zwischen Nie, Beim Verwenden und Immer, bei Android zwischen Nicht zulassen, Nur während der Nutzung und Immer. So gibst du nur den Apps Zugriff, die ihn brauchen.

Was bedeutet präziser oder genauer Standort? Das ist ein zusätzlicher Schalter. Ist er aus, bekommt die App nur deine ungefähre Gegend statt der metergenauen Position. Für Wetter oder lokale Nachrichten reicht das, für Navigation brauchst du den genauen Standort.

Kann mein Handyanbieter mich trotzdem orten, wenn die Ortungsdienste aus sind? Grob ja. Das Mobilnetz weiß aus technischen Gründen, in welcher Funkzelle dein Handy eingebucht ist. Das hat mit dem GPS-Schalter im Gerät nichts zu tun und lässt sich damit nicht abschalten. Die Ortungsdienste steuern nur den Zugriff der installierten Apps.

Verliere ich das Wiederfinden meines Handys, wenn ich die Ortung ausschalte? Ja. „Wo ist?" beim iPhone und „Mein Gerät finden" bei Android brauchen die eingeschaltete Ortung. Wenn dir Diebstahlschutz wichtig ist, lass die Ortung an und regel lieber die einzelnen Apps.

Sieht das auf einem gebrauchten Handy anders aus? Nein. Die Standort-Einstellungen gehören zu iOS und Android und sind auf einem generalüberholten Gerät identisch zu einem neuen. Achte nur darauf, dass das Modell noch Updates bekommt.

Wie lösche ich einen gespeicherten Standortverlauf? Beim Google-Konto über die Zeitachse in den Kontoeinstellungen, dort lässt sie sich deaktivieren und leeren. Beim iPhone über Einstellungen, Datenschutz & Sicherheit, Ortungsdienste, Systemdienste, Wichtige Orte. Das ist eine andere Ebene als der App-Zugriff und lohnt sich, wenn dir Datenschutz wichtig ist.

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