OLED, AMOLED, Super AMOLED: was ist der Unterschied?

OLED, AMOLED, Super AMOLED: was ist der Unterschied?

Tech-Wissen · Hintergrund
Dieser Artikel geht tiefer als unsere üblichen Ratgeber. Oben steht die verständliche Erklärung mit dem praktischen Fazit, weiter unten der Abschnitt für alle, die genau wissen wollen, was hinter den Begriffen steckt und welche davon reine Marketing-Namen sind. Mit Quellen zum Nachlesen.

Im Datenblatt eines Smartphones steht mal OLED, mal AMOLED, bei Samsung oft Super AMOLED oder Dynamic AMOLED. Das liest sich wie eine Rangfolge, als wäre Super AMOLED die Oberklasse und schlichtes OLED die Sparversion. So ist es nicht. Die drei Begriffe beschreiben teils dieselbe Technik aus verschiedenen Blickwinkeln, teils sind sie schlicht Markennamen eines Herstellers. Dieser Artikel sortiert, was zusammengehört und was reines Marketing ist. Die Kurzfassung oben, die Technik darunter.

Talkis Tipp. Wenn du dir nur eine Sache merkst: OLED, AMOLED und Super AMOLED sind kein Qualitätsranking. OLED ist die Grundtechnik, AMOLED beschreibt, wie diese Pixel angesteuert werden (so gut wie jedes OLED-Smartphone ist ein AMOLED), und Super AMOLED ist ein Marketing-Name von Samsung für eine AMOLED-Bauweise mit eingebautem Touch. Ein Handy mit „nur“ OLED im Datenblatt ist deshalb nicht schlechter als eines mit „Super AMOLED“. Schau auf die echten Werte, nicht auf die Silbe davor. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • OLED ist die Grundtechnik. Jeder Bildpunkt leuchtet selbst, ganz ohne Hintergrundlicht. Daraus folgt das tiefe Schwarz und der hohe Kontrast, für die OLED bekannt ist.
  • AMOLED heißt Active-Matrix-OLED. Das „AM“ sagt nur, wie die Pixel geschaltet werden: über eine feine Transistor-Schicht, die jeden Punkt einzeln ansteuert. Genau das braucht man für große, scharfe, schnelle Bildschirme.
  • Praktisch ist jedes OLED-Smartphone ein AMOLED. OLED und AMOLED beschreiben am Handy dieselbe Anzeige, einmal die Licht-Technik, einmal die Ansteuerung. Kein Widerspruch, kein Rangunterschied.
  • Super AMOLED ist ein Samsung-Marketing-Begriff. Er steht für ein AMOLED, bei dem der Touch-Sensor in den Bildschirm integriert ist statt als eigene Schicht obendrauf. Vorteil: dünner und weniger Spiegelung.
  • „Super“ ändert nicht Auflösung, Farbe oder Helligkeit an sich. Es beschreibt den Aufbau, nicht die Bildklasse.
  • Die vielen Namen sind Stufen einer Marke, keine Technik-Hierarchie. Dynamic AMOLED, HD Super AMOLED und Co. sind Etiketten, kein universeller Standard.

OLED: die Technik, die selbst leuchtet

OLED steht für organische Leuchtdiode, auf Englisch organic light-emitting diode. Der Kern: Jeder einzelne Bildpunkt ist eine winzige Leuchtdiode, die selbst Licht erzeugt. Ein LCD braucht dagegen ein durchgehendes Hintergrundlicht, das durch eine Flüssigkristall-Schicht scheint. Bei OLED gibt es dieses Hintergrundlicht nicht. Soll ein Punkt schwarz sein, wird er einfach ausgeschaltet und bleibt wirklich dunkel. Daher das tiefe Schwarz, der hohe Kontrast und die dünne Bauweise. Wie das im Detail funktioniert und warum OLED altern kann, steht im Ratgeber Wie ein OLED-Display funktioniert. Den grundsätzlichen Vergleich zur anderen großen Technik findest du unter AMOLED oder LCD?.

Wichtig ist: OLED sagt zunächst nur, dass die Pixel selbst leuchten. Es sagt noch nichts darüber, wie diese Millionen von Pixeln einzeln angesteuert werden. Genau da kommt das AMOLED ins Spiel.

AMOLED: nicht besser als OLED, sondern die Ansteuerung

AMOLED heißt Active-Matrix-OLED. Das „AM“, also Active Matrix, beschreibt die Elektronik hinter den Leuchtpunkten. Jedem Pixel ist ein eigener Dünnschichttransistor plus ein kleiner Speicher-Kondensator zugeordnet. Dieser hält den Zustand des Pixels, während die Elektronik die anderen Punkte ansteuert. So lässt sich jeder Bildpunkt einzeln, schnell und stromsparend schalten.

Das Gegenstück ist PMOLED, Passive-Matrix-OLED. Dort gibt es keine Transistoren pro Pixel, die Zeilen werden nacheinander durchgeschaltet. Das ist billig, aber langsam und nur für kleine, einfache Anzeigen brauchbar, etwa das Ziffernfeld eines Fitness-Armbands. Sobald ein Display groß, hochauflösend und schnell sein soll, führt kein Weg an der aktiven Matrix vorbei.

Daraus folgt der zentrale Punkt: Jedes moderne OLED-Smartphone hat eine Active-Matrix-Ansteuerung, ist also ein AMOLED. „OLED“ und „AMOLED“ im Datenblatt eines Handys meinen dieselbe Anzeige. Der eine Begriff betont die Licht-Technik, der andere die Art der Ansteuerung. Wenn ein Hersteller schlicht „OLED“ schreibt und ein anderer „AMOLED“, ist das keine Qualitätsaussage, sondern eine Wortwahl.

Super AMOLED: der Marketing-Begriff entzaubert

Hier wird es interessant, denn Super AMOLED klingt nach der nächsten Ausbaustufe. Tatsächlich ist es ein Markenname, den Samsung geprägt hat. Technisch steht dahinter eine bestimmte Bauweise: Bei einem gewöhnlichen AMOLED liegt der Touch-Sensor als eigene Schicht auf dem Bildschirm. Bei Super AMOLED ist dieser Sensor direkt in den Bildschirm integriert, sitzt also mit im Panel statt darüber.

Der praktische Nutzen liegt im Aufbau. Weil eine Schicht und der Luftspalt darunter wegfallen, wird das Display dünner und spiegelt weniger. Weniger Spiegelung heißt bessere Ablesbarkeit bei Sonne. Samsung nannte bei der Einführung als Anhaltspunkt eine deutlich geringere Reflexion gegenüber der ersten AMOLED-Generation. Der Punkt bleibt aber: „Super“ beschreibt die Integration des Touch-Sensors, nicht eine höhere Auflösung, mehr Farben oder mehr Helligkeit an sich. Ein Super AMOLED ist im Kern ein AMOLED mit eingebautem Touch.

Deshalb ist der oft gehörte Vergleich „Super AMOLED gegen AMOLED, was ist besser“ irreführend. Man vergleicht keine zwei Bildklassen, sondern eine allgemeine Technik mit einer speziellen Bauform derselben Technik.

Die vielen Samsung-Namen: eine Marken-Leiter, keine Technik-Leiter

Samsung hat über die Jahre eine ganze Reihe von AMOLED-Etiketten vergeben. Sie sortieren das eigene Portfolio, sind aber kein branchenweiter Standard:

  • Super AMOLED Plus stand für einen Bildschirm mit vollständiger RGB-Anordnung der Subpixel statt der sonst üblichen PenTile-Anordnung, was das Bild bei gleicher Auflösung feiner wirken lässt.
  • HD Super AMOLED war schlicht ein Auflösungs-Etikett für bestimmte Modelle.
  • Dynamic AMOLED kam mit neueren Oberklasse-Geräten und betont zusätzliche Fähigkeiten wie die Wiedergabe von HDR-Inhalten.

Diese Namen bauen nicht sauber aufeinander auf wie Schulnoten. Sie sind Marketing-Stufen einer einzigen Firma. Ein anderer Hersteller kann ein technisch gleichwertiges Panel schlicht „OLED“ nennen. Apple etwa vermarktet seine OLED-Bildschirme als „Super Retina“, was wieder ein eigener Markenname für ein AMOLED-Panel ist. Der Begriff auf der Verpackung verrät also vor allem, welche Marketing-Sprache der Hersteller spricht, nicht die absolute Qualität.

Ein Wort zu PenTile

Weil das Thema oft mit Super AMOLED zusammen auftaucht: PenTile ist eine Anordnung der Subpixel, bei der sich benachbarte Punkte Farb-Subpixel teilen, statt dass jeder Punkt ein volles Rot, Grün und Blau bekommt. Das spart Fertigungsaufwand, kann aber dazu führen, dass die nominale Auflösung höher klingt, als das Bild real scharf wirkt. Bei den heutigen hohen Pixeldichten fällt das im Alltag kaum noch auf, erklärt aber, warum Samsung mit „Plus“-Varianten und voller RGB-Anordnung geworben hat.

Was das für dich heißt, auch beim Gebrauchtkauf

Für die Kaufentscheidung ist die wichtigste Erkenntnis: Lass dich vom Namen nicht in eine Rangfolge drängen, die es so nicht gibt. Ein Gerät mit „OLED“ im Datenblatt ist nicht automatisch schlechter als eines mit „Super AMOLED“. Aussagekräftig sind die messbaren Eigenschaften, also Auflösung, Helligkeit (dazu der Ratgeber Was bedeuten Nits?) und die Bildwiederholrate, nicht die Marketing-Silbe davor.

Beim gebrauchten Smartphone kommt ein zweiter Punkt dazu: Egal wie das Panel heißt, entscheidend ist sein tatsächlicher Zustand. OLED und AMOLED können bei intensiver Nutzung Bildschatten zeigen, das sogenannte Einbrennen. Wie du ein gebrauchtes Display in wenigen Minuten prüfst, steht im Ratgeber Display beim gebrauchten Handy prüfen. Bei uns durchläuft jedes generalüberholte Gerät diese Kontrolle im Haus, bevor es in den Verkauf geht.

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Häufige Fragen

Ist Super AMOLED besser als AMOLED? Nicht im Sinne von höherer Bildqualität. Super AMOLED ist ein AMOLED, bei dem der Touch-Sensor fest in den Bildschirm integriert ist. Das macht das Display dünner und spiegelärmer, ändert aber nicht per se die Auflösung, die Farben oder die Helligkeit. Es ist eine Bauform, kein Qualitätssprung.

Was ist der Unterschied zwischen OLED und AMOLED? OLED beschreibt die Technik, dass jeder Pixel selbst leuchtet. AMOLED beschreibt, wie diese Pixel angesteuert werden, nämlich über eine aktive Matrix aus Transistoren. Am Smartphone meinen beide dieselbe Anzeige, nur aus zwei Blickwinkeln. Praktisch ist jedes OLED-Handy ein AMOLED.

Warum nennen manche Hersteller es OLED und andere AMOLED oder Super AMOLED? Weil die Begriffe teils Technik, teils Marketing sind. „OLED“ und „AMOLED“ sind allgemeine Fachbegriffe, „Super AMOLED“ und „Dynamic AMOLED“ sind Markennamen von Samsung. Ein anderer Hersteller kann ein gleichwertiges Panel schlicht OLED nennen.

Ist Super AMOLED dasselbe wie Dynamic AMOLED? Beides sind Samsung-Bezeichnungen für AMOLED-Displays. Dynamic AMOLED ist die neuere Stufe und betont zusätzliche Fähigkeiten wie HDR-Wiedergabe. Es ist eine Weiterentwicklung derselben Grundtechnik, keine andere Bauart.

Kann ich am Namen die Bildqualität ablesen? Nur bedingt. Verlässlicher sind die konkreten Werte im Datenblatt: Auflösung, Bildwiederholrate und Helligkeit. Der Marketing-Name sagt vor allem, von welchem Hersteller die Sprache stammt.

Quellen und zum Weiterlesen

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