Mikrowelle reinigen: Fett und Geruch mit dem Zitronen-Dampf-Trick loswerden

Mikrowelle reinigen: Fett und Geruch mit dem Zitronen-Dampf-Trick loswerden

Die Mikrowelle ist das Küchengerät, das am schnellsten verschmutzt und am seltensten geputzt wird. Eine Suppe kocht über, die Soße spritzt an die Decke, und nach ein paar Tagen backt sich alles fest. Die gute Nachricht: Du musst nicht schrubben. Mit einer Schüssel Wasser und einer halben Zitrone löst sich der Schmutz von selbst, und den Rest wischst du mit einem feuchten Tuch weg. Diese Anleitung gilt für jede Mikrowelle, egal ob Solo-Gerät, Kombi mit Grill oder Einbaumodell und egal von welchem Hersteller. Wo ein Gerät eine eigene Dampfreinigungs-Funktion hat, weisen wir darauf hin.

Talkis Tipp. Putz die Mikrowelle nicht erst, wenn es nötig aussieht, sondern gleich nach einer Sauerei, solange sie noch warm ist. Frische Spritzer wischst du in zehn Sekunden mit einem feuchten Tuch weg. Eingetrocknetes und Eingebranntes kostet dich hinterher zehn Minuten und den Zitronen-Trick. Wer sich ohnehin ein neues Gerät ansieht, findet die aktuelle Auswahl bei den Mikrowellen. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zitronen-Wasser-Dampf-Trick löst fast alles von selbst: zwei Tassen Wasser mit Zitrone erhitzen, den Dampf einwirken lassen, dann auswischen. Kein Schrubben nötig.
  • Der Dampf ist der Wirkstoff, nicht das Muskelspiel. Er weicht Fett und angetrocknete Reste auf, sodass ein feuchtes Tuch reicht.
  • Den Drehteller nimmst du heraus und spülst ihn wie Geschirr. Er ist bei vielen Geräten spülmaschinenfest.
  • Gegen Geruch hilft dieselbe Methode, mit Zitrone oder einem Schuss Essig statt Duftspray.
  • Keine Scheuermittel, kein Backofenspray, keine Stahlwolle. Sie zerkratzen den Innenraum und können Rost begünstigen.
  • Kein Metall in die laufende Mikrowelle und die Mikrowelle nie leer laufen lassen. Beides kann Funken oder einen Schaden auslösen.

Schritt 1: Der Zitronen-Wasser-Dampf-Trick

Das ist die Methode, mit der du in den meisten Fällen auskommst. Sie nutzt heißen Wasserdampf, der sich an den Innenwänden niederschlägt und den Schmutz aufweicht. Danach wischt du ihn einfach ab. Samsung beschreibt genau dieses Vorgehen in der offiziellen Reinigungsanleitung.

So geht es:

  • Fülle eine mikrowellengeeignete Schüssel mit zwei Tassen Wasser und gib die Scheiben oder den Saft einer halben Zitrone dazu.
  • Stelle die Schüssel hinein und lass die Mikrowelle etwa fünf Minuten bei voller Leistung laufen, oder bis das Wasser kocht.
  • Lass die Schüssel danach ein bis zwei Minuten stehen, bevor du die Tür öffnest. In dieser Zeit arbeitet der Dampf weiter.
  • Nimm die Schüssel heraus (Vorsicht, heiß) und wisch den Innenraum mit einem feuchten Tuch aus. Der aufgeweichte Schmutz löst sich jetzt fast von allein.

Bei hartnäckigen Stellen wiederholst du den Vorgang einfach. Statt Zitrone kannst du auch einen Schuss Essig ins Wasser geben, die Säure wirkt ähnlich und nimmt zusätzlich Gerüche. Wenn du keine Zitrone und keinen Essig da hast, funktioniert der Trick auch mit reinem Wasser, nur etwas weniger gegen Fett.

Hat dein Gerät eine eigene Dampfreinigungs-Funktion, etwa ein Programm namens Steam Clean, gibst du nur die vom Hersteller angegebene Wassermenge ein und startest das Programm. Der Ablauf ist derselbe, das Gerät steuert Zeit und Leistung selbst.

Schritt 2: Fett und eingebrannte Reste entfernen

Bleibt nach dem Dampfbad noch etwas kleben, greifst du zu einem weichen Tuch oder Schwamm und lauwarmem Wasser mit etwas Spülmittel. Bosch empfiehlt in der Pflegeanleitung ausdrücklich, den Innenraum mit einem feuchten Tuch auszuwischen und dabei auf keinen Fall die raue Seite eines Universalschwamms zu benutzen, weil sie den Innenraum zerkratzen kann.

Für die typischen Problemzonen:

  • Fettfilm an Decke und Seitenwänden. Er kommt vom Erhitzen ohne Deckel. Nach dem Dampfen mit dem feuchten Tuch abnehmen, bei Bedarf mit ein wenig Spülmittel.
  • Eingebrannte oder übergekochte Reste am Boden. Zuerst dampfen, damit sie aufweichen, dann vorsichtig lösen. Nicht mit einem Messer oder etwas Hartem abkratzen, das beschädigt die Oberfläche.
  • Die Innenseite der Tür und der Sichtscheibe. Auch hier nur feucht abwischen, keine scharfen Reiniger.

Ein Deckel oder eine Abdeckhaube über dem Essen verhindert die meisten Spritzer von vornherein. Das ist der einfachste Weg, sich das Putzen zu sparen.

Schritt 3: Drehteller und Drehring reinigen

Den Glasdrehteller und den Rollenring darunter reinigst du getrennt vom Gerät. Beide lassen sich herausnehmen.

  • Drehteller. Nimm ihn heraus und spüle ihn wie normales Geschirr in warmem Wasser mit Spülmittel. Bei vielen Modellen ist er spülmaschinenfest, ein Blick in die Bedienungsanleitung deines Geräts sagt dir das sicher. Samsung rät, den Drehteller einmal pro Woche zu waschen.
  • Drehring und Laufrille. Den Ring mit den Rollen und die Vertiefung, in der er läuft, reinigst du seltener. Samsung nennt hier etwa einmal im Monat. Hier sammelt sich gern übergelaufene Flüssigkeit.
  • Vor dem Einsetzen vollständig trocknen. Setz den Drehteller erst wieder ein, wenn er ganz trocken ist, sonst können Wasserreste unter dem Teller stehen bleiben.

Achte darauf, dass der Drehteller nach dem Einsetzen richtig auf dem Antrieb sitzt und sich frei dreht. Ein schief liegender Teller kann beim Betrieb klappern oder blockieren.

Schritt 4: Gerüche aus der Mikrowelle bekommen

Wenn nach Fisch, Aufwärmessen oder etwas Angebranntem ein Geruch hängen bleibt, brauchst du keinen Raumduft. Es ist dieselbe Dampfmethode wie in Schritt 1, nur mit Fokus auf Geruch:

  • Zitrone oder Essig ins Wasser. Beide binden Gerüche. Erhitze die Schüssel ein paar Minuten, lass sie stehen und wisch danach aus.
  • Tür offen lassen. Nach dem Reinigen die Tür eine Weile offen stehen lassen, damit die Restfeuchte entweicht. Feuchtigkeit, die im geschlossenen Garraum bleibt, ist die häufigste Ursache für muffigen Geruch.
  • Bei angebranntem Geruch hilft es, den Vorgang zu wiederholen und den Innenraum danach gründlich trocken zu wischen.

Ein hartnäckiger Geruch, der auch nach mehrfachem Reinigen bleibt, kann auf angebrannte Reste im Bereich der Hohlleiterabdeckung hindeuten, der kleinen Abdeckung an der Seitenwand, hinter der die Mikrowellen eintreten. Diese Abdeckung solltest du nur feucht abwischen und keinesfalls entfernen.

Schritt 5: Womit du nie reinigen solltest

Genauso wichtig wie das richtige Vorgehen ist, was du weglässt. Die Hersteller sind hier eindeutig.

  • Keine Scheuermittel und keine Lösungsmittel. Samsung nennt ausdrücklich, niemals Scheuermittel oder Lösungsmittel wie Alkohol, Benzol, Ammoniak oder Farbverdünner zu verwenden, ebenso keine Stahlwolle und kein Bleichmittel. Sie beschädigen die Oberfläche und können Rost begünstigen.
  • Kein Backofenspray. Bosch weist darauf hin, dass Backofenspray zu aggressiv für die Mikrowelle ist. Es gehört in den Backofen, nicht hierher.
  • Keine raue Schwammseite, keine Metallschwämme. Sie zerkratzen den Innenraum. Ein weiches Tuch oder die weiche Schwammseite reicht.

Die Faustregel ist einfach: feucht, mild und weich. Alles, was kratzt oder ätzt, greift die Innenbeschichtung an, und eine beschädigte Beschichtung rostet später leichter.

Sicherheit: kein Metall, nie leer laufen lassen

Zwei Sicherheitspunkte gehören zum Thema dazu, weil sie beim Reinigen und beim Betrieb oft übersehen werden.

Kein Metall in die laufende Mikrowelle. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass Metallbesteck nicht in die Mikrowelle gehört. Der physikalische Grund, den Welt der Physik erklärt: Metall reflektiert die Mikrowellen, und an dünnen, spitzen Kanten wie bei Alufolie oder einem Gold- oder Silberrand am Geschirr entstehen sehr starke elektrische Felder, die sich als Funken entladen. Berührt Metall die Gerätewand, kann sich sogar ein Lichtbogen bilden, der das Gerät beschädigt. Wichtig für die Beruhigung: Die metallenen Innenwände und der Metallring unter dem Drehteller sind ungefährlich, weil sie keine scharfen Kanten haben. Nur loses Metall, das du hineinstellst, ist das Problem. Beim Reinigen heißt das: keine Metallschwämme benutzen und keine Alufolie im Gerät vergessen.

Die Mikrowelle nie leer laufen lassen. Ohne etwas, das die Energie aufnimmt, kann das Gerät Schaden nehmen. Wenn du sie mit dem Zitronen-Trick reinigst, ist die Wasserschüssel gleichzeitig der Schutz, denn das Wasser nimmt die Energie auf. Starte die leere Mikrowelle also nie ohne die Schüssel darin.

Welches Geschirr grundsätzlich in die Mikrowelle darf und welches nicht, ordnet die Verbraucherzentrale in ihrer Übersicht zum passenden Geschirr ein. Beschädigtes Mikrowellengeschirr solltest du nicht mehr verwenden.

Wenn Reinigen nicht mehr reicht

Manchmal ist nicht der Schmutz das Problem, sondern das Gerät. Wenn der Drehteller sich nicht mehr dreht, das Innenlicht ausfällt, die Tür nicht mehr sauber schließt oder die Mikrowelle nicht mehr richtig heizt, ist das ein Fall für die Reparatur oder den Ersatz. Ob sich eine Reparatur lohnt oder ein anderes Gerät die vernünftigere Wahl ist, hängt vom Alter und vom Aufwand ab. Der Ratgeber Selbst reparieren oder in die Werkstatt? hilft bei der Abwägung, und wie du die Ersatzteillage für ein Modell prüfst, steht im Ratgeber zur Ersatzteil-Verfügbarkeit bei Haushaltsgeräten.

Wenn ein neues Gerät ansteht, muss es nicht fabrikneu sein. Eine geprüft gebrauchte Mikrowelle arbeitet genauso zuverlässig, solange sie technisch in Ordnung ist. Wir prüfen jedes Gerät vor dem Verkauf im Haus auf Funktion und beschreiben den Zustand in klaren Stufen, damit du vor dem Kauf weißt, was du bekommst. Was refurbished und geprüft gebraucht bei Großgeräten genau bedeuten und worauf du achten solltest, erklärt der Ratgeber Refurbished Großgeräte kaufen. Und wie viel Strom ein Gerät im Alltag tatsächlich kostet, rechnet der Ratgeber Stromkosten berechnen durch. Passende Geräte findest du bei den Mikrowellen, geprüft gebrauchte Haushaltsgeräte insgesamt unter den geprüften gebrauchten Geräten.

Talkis Empfehlung

Mach dir das Putzen leicht, statt es zu perfektionieren. Der Zitronen-Wasser-Dampf-Trick erledigt in einem Durchgang das meiste, ohne Chemie und ohne Kraft. Wenn du dir angewöhnst, gröbere Spritzer gleich abzuwischen und einmal die Woche den Drehteller mit abzuspülen, kommt es gar nicht erst zu eingebrannten Krusten. Und leg dir eine Abdeckhaube neben die Mikrowelle: Sie verhindert die Sauerei, bevor sie entsteht. Wenn du unsicher bist, welche Mikrowelle zu deiner Küche passt oder ob sich ein geprüftes Gerät lohnt, frag mich.

Mikrowellen ansehen

Häufige Fragen

Wie reinige ich die Mikrowelle am schnellsten? Mit dem Dampf-Trick. Stell eine Schüssel mit zwei Tassen Wasser und etwas Zitrone hinein, lass sie etwa fünf Minuten auf voller Leistung laufen, warte ein bis zwei Minuten und wisch dann mit einem feuchten Tuch aus. Der Dampf löst den Schmutz, du musst nicht schrubben.

Hilft Zitrone oder Essig besser gegen Fett und Geruch? Beide wirken. Die Säure aus Zitrone oder Essig unterstützt das Lösen von Fett und bindet Gerüche. Zitrone hinterlässt einen frischeren Duft, Essig ist meist günstiger und immer im Haus. Nimm, was du gerade da hast.

Kann ich den Drehteller in die Spülmaschine geben? Bei vielen Geräten ja, der Glasdrehteller ist oft spülmaschinenfest. Sicher weißt du es aus der Bedienungsanleitung deines Modells. Sonst spülst du ihn einfach von Hand in warmem Wasser mit Spülmittel. Setz ihn erst wieder ein, wenn er ganz trocken ist.

Womit sollte ich die Mikrowelle auf keinen Fall reinigen? Nicht mit Scheuermitteln, Stahlwolle, Backofenspray oder scharfen Lösungsmitteln. Die Hersteller raten davon ausdrücklich ab, weil diese Mittel die Innenbeschichtung zerkratzen oder angreifen und Rost begünstigen können. Ein weiches, feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel reicht.

Meine Mikrowelle stinkt nach Angebranntem. Was tun? Wiederhole den Dampf-Trick mit Zitrone oder Essig ein- bis zweimal und wisch den Innenraum danach gründlich trocken. Lass die Tür anschließend eine Weile offen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Bleibt der Geruch, kann angebrannter Rest im Bereich der Abdeckung an der Seitenwand sitzen, den du feucht abwischst, aber nicht entfernst.

Darf Metall in die Mikrowelle? Loses Metall wie Besteck, Alufolie oder Geschirr mit Gold- oder Silberrand gehört nicht hinein, weil es Funken schlagen und das Gerät beschädigen kann. Die festen Metallteile des Geräts, also die Innenwände und der Ring unter dem Drehteller, sind dagegen sicher, weil sie keine scharfen Kanten haben.

Kann ich die leere Mikrowelle zur Geruchsentfernung laufen lassen? Nein. Lass die Mikrowelle nie ganz leer laufen, das kann das Gerät beschädigen. Für die Reinigung und gegen Geruch stellst du immer die Wasserschüssel hinein, sie nimmt die Energie auf und liefert gleichzeitig den reinigenden Dampf.

Weiterlesen

Vorheriger Artikel Galaxy A54 heute noch kaufen? Die Mittelklasse-Frage
z