Stromkosten berechnen: was kostet mein Gerät im Jahr?
Was zieht eigentlich der alte Kühlschrank, und lohnt sich der neue Fernseher beim Strom? Das lässt sich mit zwei einfachen Rechenschritten herausfinden, ganz ohne Fachwissen. Hier zeigen wir dir die Formel, rechnen drei Beispiele durch, erklären, wie du das Energielabel richtig liest, und räumen mit dem Mythos auf, Standby koste nichts.
Das Wichtigste in Kürze
- Verbrauch: Leistung in Watt mal Nutzungsstunden geteilt durch 1000 ergibt Kilowattstunden (kWh).
- Kosten: kWh mal Strompreis (Euro pro kWh) ergibt die Stromkosten.
- Eigenen Strompreis nutzen (von der Abrechnung), als Richtwert ca. 0,35 bis 0,40 Euro pro kWh (Stand 2025/26, je nach Tarif).
- Das Energielabel nennt den Verbrauch je Gerät unterschiedlich: Kühlschrank pro Jahr, Waschmaschine pro 100 Zyklen, Fernseher pro 1000 Stunden.
- Standby kostet wirklich Geld, auch wenn es im Einzelfall wenig wirkt.
- Ein neues Gerät spart nicht automatisch. Es kommt auf Nutzung und Klassenunterschied an.
Die Formel in zwei Schritten
So rechnest du den Jahresverbrauch und die Kosten eines Geräts aus, bestätigt von der Verbraucherzentrale-Energieberatung:
- Verbrauch: Leistung (Watt) × Nutzungsdauer (Stunden) ÷ 1000 = Kilowattstunden.
- Kosten: Kilowattstunden × Strompreis (Euro pro kWh) = Euro.
Die Leistung steht meist auf dem Typenschild oder im Handbuch. Noch genauer misst eine Steckdosen-Strommessgerät, das auch den Standby-Verbrauch erfasst.
Welchen Strompreis einsetzen?
Am genauesten ist dein eigener Preis von der letzten Jahresabrechnung. Als Richtwert dienen aktuelle Erhebungen: Der BDEW nennt für einen Musterhaushalt rund 39,6 Cent pro Kilowattstunde (Stand Oktober 2025). Rechne im Zweifel mit etwa 0,35 bis 0,40 Euro pro kWh und behandle das als „ungefähr", denn der Preis schwankt je nach Tarif und Zeitpunkt.
Drei Beispiele durchgerechnet
Die folgenden Werte sind Beispiele zur Veranschaulichung, gerechnet mit 0,40 Euro pro kWh.
| Gerät | Annahme | Verbrauch/Jahr | Kosten/Jahr |
|---|---|---|---|
| Fernseher | 100 W, 4 h/Tag | ca. 146 kWh | ca. 58 € |
| Kühl-Gefrier-Kombi | ca. 200 kWh laut Label | 200 kWh | ca. 80 € |
| Waschmaschine | ca. 150 Wäschen/Jahr | ca. 75 kWh | ca. 30 € |
So siehst du schnell: Dauerläufer wie der Kühlschrank summieren sich, weil sie rund um die Uhr laufen, während die Waschmaschine nur bei Nutzung zählt.
Das Energielabel richtig lesen
Auf dem Energielabel steht die Verbrauchsangabe mittig, aber je Gerät mit anderer Bezugsgröße. Das ist der häufigste Fehler beim Vergleichen:
- Kühl- und Gefriergeräte: Kilowattstunden pro Jahr.
- Waschmaschinen: Kilowattstunden pro 100 Waschzyklen, also auf deine Wäschemenge umrechnen.
- Fernseher: Kilowattstunden pro 1000 Betriebsstunden.
Die Effizienzklasse läuft neu von A bis G; die alten Stufen mit Plus-Zeichen (A+, A++, A+++) laufen aus.
Standby kostet doch etwas
Der Mythos „Standby kostet nichts" hält sich hartnäckig. Tatsächlich summieren sich die Leerlaufverluste: Das Umweltbundesamt beziffert sie deutschlandweit auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr. Schon vier dauerhaft eingesteckte, ungenutzte Ladegeräte kosten laut UBA rund 51 Euro im Jahr. Eine abschaltbare Steckdosenleiste für Geräte, die du nicht im Standby brauchst, rechnet sich also.
Lohnt sich ein neues Gerät?
Hier bleiben wir ehrlich: Ein neues Gerät spart nicht automatisch. Es rechnet sich nur, wenn die jährliche Stromersparnis über die Restnutzungsdauer den Kaufpreis übersteigt. Faustregel: Kaufpreis geteilt durch die jährliche Ersparnis ergibt die Jahre bis zur Amortisation. Am ehesten lohnt sich ein Tausch bei Dauerläufern (Kühlgerät) und sehr alten, ineffizienten Geräten. Bei selten genutzten oder noch sparsamen Geräten dauert es oft länger als die Restlebensdauer, dann lohnt der Tausch nicht.
Wenn ein Tausch sinnvoll ist, achte auf die Effizienzklasse. Geräte findest du bei den Kühl-Gefrierkombinationen, Waschmaschinen und Fernsehern, neu wie generalüberholt.
Talkis Empfehlung
Rechne einmal nach, was deine größten Dauerläufer kosten, das öffnet die Augen. Nutze dafür deinen echten Strompreis und das Energielabel mit seiner geräteabhängigen Bezugsgröße. Schalte echte Stromfresser im Standby ab. Und prüf vor einem Neukauf ehrlich, ob sich der Tausch über die Restlaufzeit rechnet, statt blind auf „neu spart Strom" zu vertrauen. Wenn du Hilfe beim Rechnen brauchst, frag mich.
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Häufige Fragen
Wie rechne ich aus, was ein Gerät im Jahr kostet? Watt mal Stunden pro Tag geteilt durch 1000, mal 365, mal Strompreis. Beispiel Fernseher: 100 W × 4 h ÷ 1000 = 0,4 kWh pro Tag, mal 365 sind 146 kWh, mal 0,40 Euro ergibt rund 58 Euro im Jahr.
Welchen Strompreis soll ich einsetzen? Am besten deinen eigenen von der letzten Jahresabrechnung. Als Richtwert ca. 0,35 bis 0,40 Euro pro kWh (Stand 2025/26).
Wo steht der Verbrauch auf dem Energielabel? Mittig die kWh-Zahl. Achtung: Kühlschrank pro Jahr, Waschmaschine pro 100 Zyklen, Fernseher pro 1000 Stunden.
Warum verbraucht die Waschmaschine „pro 100 Zyklen"? Weil die Nutzung stark schwankt. Du rechnest den Wert auf deine tatsächliche Zahl an Wäschen um.
Lohnt sich eine Messsteckdose? Ja, sie zeigt den echten Verbrauch inklusive Standby genauer als jede Schätzung.
Ab wann lohnt ein Gerätetausch? Faustregel: Kaufpreis geteilt durch die jährliche Ersparnis ergibt die Jahre bis zur Amortisation. Bei Dauerläufern und sehr alten Geräten am ehesten.