Welche Fritzbox passt zu meinem Anschluss?
Eine Fritz!Box ist nicht gleich eine Fritz!Box. Bevor du auf WLAN-Tempo, Smart-Home oder Telefonie schaust, entscheidet eine einzige Frage über die richtige Wahl: Was kommt bei dir an der Wand an? Eine Box für DSL kann an einem Kabelanschluss nichts ausrichten, und ein Glasfaser-Modell läuft nicht an der Telefondose. Dieser Ratgeber hilft dir, deinen Anschluss in zwei Minuten zu bestimmen und die passende Geräte-Reihe zu finden. Die Feinheiten zu Einrichtung und WLAN klären eigene Ratgeber, hier geht es um die eine Weiche, die zuerst stimmen muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Anschlussart zuerst. Jede Fritz!Box-Reihe ist für genau eine Anschlussart gebaut. Das ist die wichtigste Entscheidung, alles andere kommt danach.
- DSL kommt aus der Telefondose (Telekom, 1&1, o2). Dafür sind die 7er-Modelle da.
- Kabel kommt aus der TV-Dose (Vodafone, PYUR). Dafür braucht es eine Cable-Box mit Kabelmodem.
- Glasfaser hat eine eigene Glasfaserdose, oft mit einem kleinen Kasten (ONT). Dafür gibt es die Fiber-Modelle.
- Mobilfunk läuft über SIM-Karte und Funknetz, ganz ohne Wandanschluss. Dafür sind die LTE- und 5G-Boxen gedacht.
Welchen Anschluss hast du?
Wenn du es nicht genau weißt, hilft ein Blick auf das vorhandene Gerät und die Dose in der Wand. Die vier Anschlussarten lassen sich gut auseinanderhalten.
DSL ist der Klassiker und läuft über die Telefonleitung. Du erkennst ihn an der kleinen Telefondose (TAE) in der Wand, an die der Router per dünnem Kabel angeschlossen ist. Typische Anbieter sind die Telekom, 1&1 und o2. Wenn dein Vertrag von VDSL, Supervectoring oder einer Geschwindigkeit wie 50, 100 oder 250 MBit/s spricht, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit DSL.
Kabel kommt über das Fernsehkabel ins Haus. Der Router hängt hier an einer Multimediadose, die so aussieht wie ein Fernsehanschluss, oft mit einem runden Schraubgewinde. Das ist das Netz von Vodafone (früher Unitymedia und Kabel Deutschland) und regional von PYUR. Wer fernsehen und surfen über dieselbe Dose kann, hat in der Regel Kabel.
Glasfaser ist der modernste Anschluss und braucht eine eigene Glasfaserdose. Laut AVM erkennst du ihn an einem kleinen Anschlusskasten an der Wand, an dem die Faser ankommt. Häufig steht dort noch ein vom Anbieter gestellter Kasten, das sogenannte ONT (Optical Network Terminal), das das Lichtsignal aufbereitet. Glasfaser überträgt mit Lichtimpulsen statt Strom und ist damit unempfindlich gegen Störungen (AVM Glasfaser).
Mobilfunk funktioniert ganz ohne Wandanschluss. Du brauchst nur eine SIM-Karte mit passendem Tarif und eine Steckdose, dann verbindet sich die Box über das LTE- oder 5G-Netz (AVM, Anschlussart Mobilfunk). Das ist die Lösung für Orte ohne festen Anschluss, fürs Wochenendhaus oder als Überbrückung beim Umzug. Anders als ein fester Anschluss teilst du dir die Funkkapazität mit anderen in der Funkzelle, das Tempo schwankt also stärker.
Anschluss und passende Fritz!Box-Reihe
Jede Anschlussart hat ihre eigene Geräte-Reihe. Die folgende Tabelle ordnet sie zu, damit du im Shop sofort in der richtigen Ecke suchst.
| Anschluss | Erkennungsmerkmal | Typische Anbieter | Fritz!Box-Reihe |
|---|---|---|---|
| DSL | Telefondose (TAE) | Telekom, 1&1, o2 | 7xxx (z. B. 7590 AX, 7690) |
| Kabel | TV-/Multimediadose | Vodafone, PYUR | Cable-Reihe (z. B. 6690, 6670) |
| Glasfaser | Glasfaserdose / ONT | Telekom, Deutsche Glasfaser, regional | 55x0 Fiber (z. B. 5530, 5590) und 5690 Pro |
| Mobilfunk | SIM-Karte, kein Kabel | alle Netzbetreiber | 68x0 (z. B. 6850 LTE, 6860 5G) |
DSL: die 7er-Reihe
Für DSL gibt es die größte Auswahl. Die 7590 AX ist seit Jahren das verbreitete Mittelklasse-bis-Oberklasse-Modell, die neue 7690 ist das aktuelle Spitzenmodell mit Wi-Fi 7 und bis zu 300 MBit/s am DSL-Anschluss (heise, Fritzbox 7690). Für die meisten DSL-Haushalte ist eine 7er-Box mit Wi-Fi 6 die solide Wahl, mehr braucht es nur bei sehr schnellem Anschluss und vielen Geräten.
Kabel: die Cable-Reihe
Am Kabelanschluss brauchst du zwingend eine Box mit eingebautem Kabelmodem, erkennbar am Zusatz "Cable" im Namen. Die 6690 Cable ist das etablierte Modell, die 6670 Cable bringt Wi-Fi 7 ins Kabelnetz. Wichtig: Kläre vor dem Kauf mit deinem Anbieter, dass du eine eigene Box anschließen darfst, das ist seit der Router-Freiheit der Normalfall, muss aber freigeschaltet werden.
Glasfaser: die Fiber-Reihe
Glasfaser-Boxen tragen den Zusatz "Fiber" und haben statt eines DSL- oder Kabelmodems einen Steckplatz für ein optisches Modul (SFP). Die 5530 Fiber und 5590 Fiber decken die gängigen Glasfaserstandards ab, die 5690 Pro kann sowohl Glasfaser als auch DSL (AVM, Glasfaser-Anschlussart). Ob die Box das ONT deines Anbieters ersetzen darf oder dahinter geschaltet wird, hängt vom Anbieter ab, das klärst du am besten direkt mit ihm.
Mobilfunk: die LTE- und 5G-Reihe
Ohne festen Anschluss greifst du zur 68x0-Reihe: Die 6850 LTE funkt im 4G-Netz, die 6850 5G und 6860 5G nutzen zusätzlich 5G (AVM, Mobilfunk). Diese Boxen brauchen nur SIM und Steckdose. Eine günstige Alternative für unterwegs sind reine 4G-/LTE-Router. Worin sich die Netze unterscheiden, erklärt der Ratgeber 5G oder LTE.
WLAN-Generation: wie viel Wi-Fi brauchst du?
Wenn die Anschlussart steht, ist die WLAN-Generation die zweite Frage. Wi-Fi 5 reicht für normales Surfen, Wi-Fi 6 (am Namen erkennbar am Zusatz "AX") ist heute der Standard und bringt mehr Stabilität bei vielen Geräten. Wi-Fi 7 ist die neueste Stufe und in den Spitzenmodellen wie der 7690 verbaut, lohnt sich aber nur bei sehr schnellem Anschluss und entsprechenden Endgeräten. Welche Generation für deinen Haushalt sinnvoll ist, ohne dass du für ungenutzte Reserve zahlst, erklärt der Ratgeber WLAN-Standards von Wi-Fi 4 bis 7. Reicht das WLAN nicht in jede Ecke, hilft oft ein Repeater statt eines neuen Routers.
Neu oder generalüberholt?
Eine Fritz!Box ist langlebig, und genau das macht geprüft gebrauchte Geräte interessant. Da AVM die Software FritzOS über viele Jahre auch für ältere Modelle pflegt, bekommt eine generalüberholte Box weiter Sicherheitsupdates, solange das Modell in der Versorgung ist. Welche Generation wie lange Updates erhält, klärt der Ratgeber FritzOS-Update-Versorgung. Achte bei einem gebrauchten Gerät darauf, dass es zur richtigen Anschlussart passt, dass es nicht per Anbieter-Branding gesperrt ist und dass die Funktion geprüft wurde. Die Details, worauf es beim Gebrauchtkauf ankommt, stehen im Ratgeber Fritzbox gebraucht kaufen.
Bei talk-point findest du Fritz!Box-Modelle neu und geprüft gebraucht, sortiert in der Fritzbox-Übersicht und unter den AVM-WLAN-Routern. Ist die passende Box gefunden, führen dich die Ratgeber Fritzbox einrichten und WLAN optimieren durch den Rest.
Häufige Fragen
Welche Fritzbox brauche ich für Vodafone?
Das hängt vom Anschluss ab. Hast du den klassischen Vodafone-Kabelanschluss über die TV-Dose, brauchst du eine Cable-Box wie die 6690 oder 6670. Vodafone bietet aber regional auch DSL und Glasfaser an, dann gelten die 7er- beziehungsweise Fiber-Modelle. Schau in deinen Vertrag, welche Technik dort steht.
Welche Fritzbox passt zur Telekom?
Die Telekom liefert überwiegend DSL, dafür ist eine Box der 7er-Reihe richtig, zum Beispiel die 7590 AX oder 7690. Wo die Telekom Glasfaser ausgebaut hat, brauchst du stattdessen ein Fiber-Modell. Einen Kabelanschluss bietet die Telekom nicht.
Kann ich eine DSL-Fritzbox am Kabelanschluss nutzen?
Nein. Eine DSL-Box hat kein Kabelmodem und kann das Signal aus der TV-Dose nicht verarbeiten. Für Kabel brauchst du zwingend ein "Cable"-Modell. Gleiches gilt umgekehrt und für Glasfaser, jede Anschlussart braucht ihre eigene Reihe.
Woran erkenne ich meinen Anschluss am schnellsten?
Am vorhandenen Gerät und an der Dose. Telefondose und dünnes Kabel deuten auf DSL, eine TV-/Multimediadose auf Kabel, eine eigene Glasfaserdose mit kleinem Kasten auf Glasfaser. Steckt eine SIM-Karte im Router, ist es Mobilfunk. Im Zweifel steht die Technik in deinem Vertrag.
Lohnt sich Wi-Fi 7 schon?
Nur bedingt. Wi-Fi 7 spielt seine Vorteile erst bei sehr schnellem Anschluss und passenden Endgeräten aus. Für die meisten Haushalte ist eine Box mit Wi-Fi 6 die ausgewogene Wahl. Mehr dazu im Ratgeber zu den WLAN-Standards.