Was ist ein Foldable? Falt-Smartphones einfach erklärt

Was ist ein Foldable? Falt-Smartphones einfach erklärt

Tech-Wissen · Einstieg
Foldable, Fold, Flip, faltbares Display: Wenn du gerade zum ersten Mal über ein Falt-Smartphone nachdenkst, klingt das nach viel Fachjargon. Dieser Artikel erklärt in einfachen Worten, was ein Foldable ist, welche zwei Bauformen es gibt und worauf es beim Kauf ankommt. Ohne Vorwissen lesbar.

Ein Foldable ist ein Smartphone, das man zusammenklappen kann, weil sein Bildschirm biegsam ist. Statt einer starren Glasplatte steckt darin ein Display, das sich falten lässt, ohne zu brechen. Der Nutzen dahinter: Du bekommst einen großen Bildschirm, der trotzdem klein in die Tasche passt. Seit den ersten Modellen von 2019 ist daraus eine eigene Geräteklasse geworden, mit zwei Bauformen und ein paar Eigenheiten, die man vor dem Kauf kennen sollte. Dieser Artikel erklärt das Grundprinzip, die Unterschiede und was im Alltag zählt.

Talkis Tipp. Wenn du dir nur eine Sache merkst: Es gibt zwei Sorten Foldable, und sie lösen verschiedene Probleme. Das Buch-Foldable (Beispiel Galaxy Z Fold) ist ein Tablet, das auf Handygröße schrumpft, für alle, die einen möglichst großen Bildschirm wollen. Das Klapp-Foldable (Beispiel Galaxy Z Flip) ist ein normales Handy, das sich auf Pudergröße zusammenfaltet, für alle, denen die Tasche zählt. Überlege zuerst, welches der beiden Probleme deins ist. Danach wird die Auswahl leicht. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Foldable ist ein Smartphone mit faltbarem Bildschirm. Möglich macht das ein biegsames OLED-Display, das sich anders als klassisches Glas ohne Bruch falten lässt.
  • Es gibt zwei Bauformen. Das Buch-Foldable klappt seitlich auf und wird innen zum kleinen Tablet. Das Klapp-Foldable klappt oben zu und wird zum kompakten Taschenformat.
  • In der Falz ist meist eine leichte Rille sichtbar. Diese Falte ist bauartbedingt normal und beim Blick von vorn kaum störend.
  • Das Scharnier ist das Herzstück. Es entscheidet über die Haltbarkeit und ist auf sehr viele Faltvorgänge ausgelegt, angegeben als Laborwert.
  • Foldables sind meist teurer als ein klassisches Smartphone gleicher Leistung. Der Aufpreis kauft die Falt-Mechanik, nicht mehr Rechenleistung.
  • Beim Gebrauchtkauf zählen andere Dinge als bei einem normalen Handy: Zustand von Scharnier und Innendisplay stehen im Vordergrund.

Die einfache Erklärung

Bei einem normalen Smartphone sitzt der Bildschirm unter einer festen Glasscheibe. Glas lässt sich nicht falten, es bricht. Ein Foldable löst das mit zwei Zutaten. Erstens einem flexiblen OLED-Display: Die leuchtende Bildschicht liegt auf einer biegsamen Kunststoff-Unterlage statt auf starrem Glas und kann sich deshalb entlang einer Linie beugen. Zweitens einem Scharnier, das die beiden Hälften zusammenhält und den Bildschirm in der Mitte kontrolliert falten lässt, ähnlich wie der Buchrücken zwei Buchdeckel verbindet.

Weil sich der Bildschirm faltet, kann ein Foldable etwas, das ein starres Handy nicht kann: die Bildschirmfläche vom Platzbedarf entkoppeln. Aufgeklappt ist die Fläche groß, zusammengeklappt das Gerät klein. Je nachdem, welchen der beiden Vorteile ein Modell betont, entsteht eine der zwei Bauformen.

Die zwei Bauformen: Buch und Klapp

Fast jedes Foldable am Markt gehört zu einer von zwei Familien. Der einfachste Merksatz stammt sinngemäß von Samsung selbst: Das Buch-Foldable ist ein Tablet, das schrumpft, das Klapp-Foldable ein Handy, das sich noch kleiner faltet.

Buch-Foldable (englisch book-style). Zugeklappt sieht es aus wie ein etwas dickes, schmales Smartphone mit Außenbildschirm. Klappst du es seitlich auf wie ein Buch, erscheint innen ein deutlich größeres, fast quadratisches Display in Tablet-Größe. Die Bauform für alle, die viel lesen, mehrere Apps nebeneinander nutzen oder Filme auf großer Fläche sehen wollen. Bekanntester Vertreter ist Samsungs Galaxy Z Fold; auch Google (Pixel Fold), Motorola und Honor bauen Buch-Foldables.

Klapp-Foldable (englisch flip-style oder clamshell). Aufgeklappt ist es ein ganz normales, hoch aufragendes Smartphone. Zugeklappt faltet es sich in der Mitte auf etwa halbe Höhe und passt sehr kompakt in die Tasche. Ein kleiner Außenbildschirm zeigt Uhrzeit, Nachrichten und Kamera-Vorschau, ohne dass du aufklappen musst. Die Bauform für alle, denen ein handliches Gerät wichtiger ist als maximale Bildschirmfläche. Der wiederbelebte Motorola Razr und Samsungs Galaxy Z Flip stehen dafür.

  Buch-Foldable Klapp-Foldable
Grundidee Tablet, das schrumpft Handy, das noch kleiner wird
Faltrichtung seitlich, wie ein Buch nach oben, wie ein Taschenspiegel
Innendisplay groß, tabletartig so groß wie ein normales Handy
Stärke viel Fläche, Multitasking kompakt, passt überall rein
Beispiele Galaxy Z Fold, Pixel Fold Galaxy Z Flip, Motorola Razr

Das faltbare Display, die Falz und der Flex-Modus

Das biegsame Innendisplay ist der empfindlichste Teil eines Foldables. Weil hartes Glas als Deckschicht nicht in Frage kommt, setzen die Hersteller darüber eine hauchdünne, biegsame Glasschicht ein, sogenanntes Ultra Thin Glass. Sie macht das Display kratzfester als reiner Kunststoff, ist aber weicher als die Deckgläser normaler Handys. Das heißt für dich: Auf dem Innenbildschirm haben Fingernägel, Sand oder harte Gegenstände nichts zu suchen, und die werkseitig aufgebrachte Schutzfolie solltest du nicht selbst abziehen.

Entlang der Faltlinie ist bei den meisten Modellen eine leichte Rille zu sehen und zu fühlen, die sogenannte Falz oder auf Englisch crease. Sie ist bauartbedingt und lässt sich technisch verringern, aber nicht ganz vermeiden. Von vorn und im laufenden Betrieb fällt sie kaum auf, im schrägen Licht sieht man sie. Neuere Scharniere drücken die Falz flacher, ganz weg ist sie aber nicht.

Aus der Faltbarkeit entsteht eine praktische Zusatzfunktion, die Samsung Flex-Modus nennt und andere Hersteller ähnlich umsetzen: Du kannst das Gerät halb aufgeklappt hinstellen, sodass es von selbst steht. Bei einem Videoanruf liegt dann das Bild oben und die Bedienung unten, ganz ohne Stativ. Bei Klapp-Foldables gelingt so freihändig ein Selfie.

Wie robust ist ein Foldable?

Das Scharnier ist das mechanisch am stärksten beanspruchte Bauteil und der beste Gradmesser für Haltbarkeit. Samsung formuliert für die aktuellen Modelle, dass sich das Gerät hunderttausende Male öffnen und schließen lässt, ohne an Festigkeit zu verlieren. In Labortests wird häufig ein Wert von rund 200.000 Faltungen genannt, rechnerisch mehrere Jahre täglicher Nutzung. Wichtig: Das ist ein unter kontrollierten Bedingungen ermittelter Laborwert, kein Versprechen für den Einzelfall. Wie lange ein konkretes Gerät hält, hängt von Nutzung und Pflege ab.

Beim Thema Wasser und Staub haben Foldables aufgeholt, mit einer Einschränkung. Aktuelle Spitzenmodelle tragen Schutzarten wie IP48. Die erste Ziffer steht für Fremdkörper, die zweite für Wasser. IP48 bedeutet: gut gegen Wasser geschützt, wegen des Scharniers aber nicht vollständig staubdicht. Feiner Sand am Strand bleibt also ein Risiko, das man bei einem Foldable ernster nehmen sollte als bei einem geschlossenen Handygehäuse.

Kurze Geschichte: von der Kuriosität zur Geräteklasse

Das erste käuflich erhältliche Foldable kam Ende 2018 vom chinesischen Hersteller Royole mit dem FlexPai, eher ein Machbarkeitsnachweis. Den Durchbruch in der breiten Wahrnehmung brachte 2019 Samsungs Galaxy Fold, allerdings mit holprigem Start: Die ersten Testgeräte hatten Display-Probleme, Samsung zog sie zurück und brachte das überarbeitete Modell im September 2019 erneut heraus. Kurz darauf belebte Motorola mit dem neuen Razr das Klapphandy-Format wieder. Seitdem ist jede Generation dünner und alltagstauglicher geworden. Samsung etwa hat sein Buch-Foldable im gefalteten Zustand von anfangs über 17 auf unter 9 Millimeter verschlankt.

Foldable gebraucht oder generalüberholt kaufen

Foldables gehören zu den teuersten Smartphones überhaupt, weil der Aufpreis die aufwendige Falt-Mechanik bezahlt, nicht zusätzliche Rechenleistung. Das macht den Blick auf ein geprüftes gebrauchtes oder generalüberholtes Gerät interessant, wenn dich die Bauform reizt, aber der Neupreis abschreckt. Achte dabei auf andere Punkte als bei einem normalen Handy: Öffnet und schließt das Scharnier gleichmäßig, ohne zu haken? Hält das Gerät in jeder Position, ohne von selbst zuzuklappen? Ist das Innendisplay frei von Druckstellen entlang der Falz, und sitzt die werkseitige Schutzfolie noch ordentlich? Eine leichte, sichtbare Falz ist normal, ein flackernder Streifen oder eine Delle in der Mitte dagegen ein Warnsignal. Ein im Haus geprüftes, generalüberholtes Gerät ist hier der ruhigere Weg als ein anonymer Privatkauf.

Talkis Empfehlung

Ein Foldable ist kein besseres Handy, sondern ein anders gebautes. Es kauft dir mit faltbarem Display und aufwendigem Scharnier die Freiheit, Bildschirmfläche und Taschengröße zu trennen. Ob sich das lohnt, entscheidet eine Frage: Willst du einen möglichst großen Bildschirm, ist das Buch-Foldable deins; willst du ein möglichst kleines Gerät, das Klapp-Foldable. Reizt dich keins von beidem genug für den Aufpreis und die etwas empfindlichere Bauart, bist du mit einem klassischen Smartphone oft besser bedient. Verschaff dir am besten erst in unserer Smartphone-Übersicht einen Überblick über Bauformen und Marken, bevor du dich festlegst.

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Häufige Fragen

Was ist ein Foldable einfach erklärt? Ein Smartphone mit faltbarem Bildschirm. Möglich macht das ein biegsames OLED-Display, das sich anders als starres Glas ohne Bruch falten lässt. So bekommst du einen großen Bildschirm, der zusammengeklappt trotzdem klein in die Tasche passt.

Was ist der Unterschied zwischen Fold und Flip? Ein Fold (Buch-Foldable) klappt seitlich auf und wird innen zum kleinen Tablet, gedacht für maximale Bildschirmfläche. Ein Flip (Klapp-Foldable) klappt nach oben zu und schrumpft ein normales Handy auf kompaktes Taschenformat. Fold ist ein Tablet, das schrumpft, Flip ein Handy, das sich noch kleiner faltet.

Ist die Falte im Display störend? Entlang der Faltlinie ist bei den meisten Modellen eine leichte Rille zu sehen und zu fühlen. Sie ist bauartbedingt und im Betrieb, von vorn betrachtet, kaum auffällig. Im schrägen Licht sieht man sie. Neuere Scharniere machen sie flacher, ganz weg ist sie aber nicht.

Wie haltbar ist das Scharnier? Hersteller legen das Scharnier auf sehr viele Faltvorgänge aus und nennen als Laborwert oft rund 200.000 Faltungen, was rechnerisch mehreren Jahren täglicher Nutzung entspricht. Das ist ein Wert aus kontrollierten Tests, kein Versprechen für den Einzelfall. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Nutzung und Pflege ab.

Sind Foldables wasserdicht? Aktuelle Spitzenmodelle sind gegen Wasser geschützt, tragen aber wegen des Scharniers meist keine volle Staubschutz-Einstufung. Bei einer Kennung wie IP48 heißt das: gut gegen Wasser, nicht vollständig staubdicht. Feiner Sand bleibt ein Risiko.

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