Rollable und Tri-Fold: die nächsten Falt-Handys
Dieser Artikel geht tiefer als unsere üblichen Ratgeber. Oben steht, was du heute schon kaufen kannst und was noch Konzept ist. Weiter unten erklären wir, wie die Technik funktioniert und woran die nächste Generation gerade scheitert. Mit Quellen zum Nachlesen.
Das aufklappbare Handy kennst du inzwischen: ein Buch, das sich zum Tablet öffnet, oder eine Klapp-Schale für die Hosentasche. Die Hersteller sind aber längst weiter. Es gibt bereits Geräte, die sich zweimal falten, und auf Messen rollen Displays aus dem Gehäuse, statt zu knicken. Dieser Artikel sortiert, was davon kaufbar ist, was noch Zukunftsmusik bleibt und ob sich das Warten lohnt. Die Kurzfassung oben, die Technik darunter.
Das Wichtigste in Kürze
- Tri-Fold ist real. Handys mit zwei Scharnieren und drei Segmenten gibt es seit 2024 zu kaufen, aufgeklappt entsteht ein kleines Tablet mit rund zehn Zoll.
- Rollable ist noch Konzept. Ausrollbare Displays wurden mehrfach gezeigt, ein Serienmodell hat es bislang in keinen Handel geschafft.
- Mehr Falten heißt mehr Kompromisse. Zwei Scharniere bedeuten mehr Gewicht, mehr Dicke im gefalteten Zustand und einen deutlich höheren Preis als bei einem klassischen Foldable.
- Die Bruchstelle bleibt das Display. Jede flexible OLED-Schicht ist empfindlicher als starres Glas, bei zwei Faltkanten steigt die Belastung.
- Für die meisten reicht ein normales Foldable. Die dritte Falte ist beeindruckend, aber selten alltagstauglicher als ein Book-Foldable, das sich seit Jahren bewährt.
Tri-Fold: das dreifach faltbare Handy ist da
Der Sprung von einem zu zwei Scharnieren klingt klein, ist technisch aber ein Riesenschritt. Statt eines einzigen Displays, das sich in der Mitte knickt, teilt ein Tri-Fold seinen Bildschirm in drei Segmente, die über zwei Gelenke miteinander verbunden sind. Zusammengelegt hältst du etwas in der Hand, das sich anfühlt wie ein normales, wenn auch dickes Handy. Klappst du beide Faltungen auf, entsteht eine durchgehende Fläche von rund zehn Zoll, also die Größe eines kleinen Tablets.
Den Anfang machte Huawei. Das Mate XT Ultimate Design wurde im September 2024 vorgestellt und gilt als das erste kaufbare Tri-Fold-Handy der Welt. Sein flexibles OLED misst aufgeklappt 10,2 Zoll und faltet sich in einer Z-Form: Ein Segment knickt nach innen, das andere nach außen. Dadurch lässt es sich in drei Größen nutzen, von einem schmalen Einzelpanel über eine Buch-Ansicht bis zur vollen Tablet-Fläche. Zusammengefaltet ist es spürbar wuchtiger als ein Standard-Handy.
Ende 2025 zog Samsung mit dem Galaxy Z TriFold nach, dem ersten Tri-Fold der Marke. Es geht einen anderen konstruktiven Weg: Beide Segmente falten nach innen, sodass das große Display im geschlossenen Zustand vollständig geschützt liegt. Außen sitzt ein separater Deckbildschirm, den du wie ein gewöhnliches Handy bedienst. Aufgeklappt misst die Hauptfläche zehn Zoll bei einer Auflösung von 2160 mal 1584 Bildpunkten und 120 Hertz Bildwiederholrate. Angetrieben wird es von Qualcomms Snapdragon 8 Elite mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, der Akku verteilt seine 5600 Milliamperestunden auf alle drei Panels. Das Scharniergehäuse ist aus Titan, der Rahmen aus einer verstärkten Aluminiumlegierung.
Beide Geräte zeigen dieselbe Idee aus zwei Richtungen: Huawei faltet in einer offenen Z-Form, Samsung wickelt beide Flügel schützend um die Hauptfläche. In beiden Fällen bekommst du ein Tablet in Handy-Größe, zu einem Preis und Gewicht weit über einem normalen Faltgerät.
Rollable: das Handy, das ausrollt, statt zu falten
Die eigentliche Zukunftswette ist eine andere Bauform: das ausrollbare Handy. Die Idee klingt bestechend. Statt das Display zu knicken, sitzt es aufgerollt im Gehäuse und fährt auf Knopfdruck heraus. Kein sichtbarer Knick, keine Faltkante, keine zwei Hälften. Aus einem normal großen Handy wird per Motor eine breitere Fläche, und wenn du fertig bist, rollt sich der Bildschirm wieder ein.
Der bekannteste Anlauf kam von LG. Das Unternehmen zeigte auf der Messe CES Anfang 2021 ein Rollable-Konzept mit seitlich ausfahrendem Bildschirm. Zur Serienreife kam es nie, weil LG kurz darauf seine Handysparte aufgab. Die Prototypen tauchten Jahre später auf und funktionierten, verkauft wurde aber nie ein Gerät. Seither haben mehrere Hersteller ähnliche Studien gezeigt, und Display-Zulieferer präsentieren auf Fachmessen regelmäßig ausrollbare Panels. Marktreif ist bis heute keines davon.
Warum dauert das so lange? Ein Rollable braucht einen Motor, eine Mechanik, die das Display gleichmäßig aus- und einfährt, und eine flexible Schicht, die tausende Roll-Zyklen übersteht, ohne Wellen oder Falten zu werfen. Das alles muss in ein Gehäuse passen, das noch handlich bleibt. Ein Scharnier ist im Vergleich simpel. Genau deshalb ist Tri-Fold bereits im Handel, während Rollable weiter im Konzeptstadium hängt.
Wo mehr Falten an Grenzen stößt
| Bauform | Scharniere | Status | Kompromiss |
|---|---|---|---|
| Klassisches Foldable | eins | bewährt, breit verfügbar | eine Faltkante |
| Tri-Fold | zwei | seit 2024 kaufbar | dicker, schwerer, teuer |
| Rollable | keins, Motor | Konzept, nicht im Handel | Mechanik ungelöst |
Jede zusätzliche Faltung bringt einen Preis mit, und der ist nicht nur der am Kassenbon. Das flexible OLED eines Foldables ist von Natur aus empfindlicher als das starre Glas eines gewöhnlichen Handys, weil es sich biegen muss. An der Faltkante liegt eine dauerhafte mechanische Belastung an, bei einem Tri-Fold an zwei. Mehr Gelenke heißen außerdem mehr Bauteile, die verschleißen können, mehr Gewicht und im zusammengelegten Zustand ein dickeres Gerät. Wie robust faltbare Displays heute sind, ordnet der Ratgeber Wie haltbar ist ein faltbares Display ein, und wie das Gelenk arbeitet, erklärt Das Scharnier im Foldable erklärt.
Der zweite Kompromiss ist der Preis. Tri-Fold-Geräte gehören zum Teuersten, was der Markt hergibt, und sind eher eine technische Ansage als ein Massenprodukt. Für den Alltag der meisten Menschen ist die Rechnung nüchtern: Ein einfach faltbares Book- oder Flip-Gerät liefert den Großteil des Nutzens, ist leichter, günstiger und ausgereifter. Ob ein Foldable überhaupt zu dir passt, klärt Foldable oder normales Smartphone.
Was das für deinen nächsten Kauf heißt, auch gebraucht
Neue Bauformen sind spannend, aber selten der beste Kauf. Bei faltbaren Geräten ist die erste Generation einer Technik oft noch teuer und unausgereift, während die etablierten Modelle längst zuverlässig laufen. Genau hier lohnt der Blick auf den Gebrauchtmarkt. Ein geprüftes, generalüberholtes Foldable der vergangenen Generationen bietet dir die faltbare Bauform ohne den Aufpreis eines brandneuen Experiments. Jedes Gerät bei uns durchläuft eine Prüfung nach festen Kriterien und kann innerhalb von 14 Tagen zurückgegeben werden. Worauf du beim gebrauchten Foldable achten solltest, steht im Ratgeber Refurbished Foldable: lohnt sich das.
Talkis Empfehlung
Tri-Fold ist der greifbare nächste Schritt, Rollable die Wette auf übermorgen. Beides zeigt, wohin die Reise geht, aber keins davon ist heute die vernünftige Wahl für den Alltag. Wenn dich die faltbare Bauform reizt, greif nicht zur teuersten Neuvorstellung, sondern zu einem ausgereiften Book- oder Flip-Foldable. Und wenn du den Aufpreis für Neuware sparen willst, findest du geprüfte Falt-Handys der letzten Generationen bei uns. So bekommst du die Technik, die sich bewährt hat, statt für die Technik zu zahlen, die sich noch beweisen muss.
Häufige Fragen
Was ist ein Tri-Fold-Handy? Ein Smartphone mit zwei Scharnieren und drei Display-Segmenten. Zusammengelegt ist es etwa handygroß, aufgeklappt entsteht eine durchgehende Fläche von rund zehn Zoll, also die Größe eines kleinen Tablets. Beispiele sind das Huawei Mate XT von 2024 und das Samsung Galaxy Z TriFold von Ende 2025.
Was ist der Unterschied zwischen Tri-Fold und Rollable? Ein Tri-Fold faltet ein starres Segmentdisplay über Scharniere. Ein Rollable hat gar kein Scharnier, sondern ein biegsames Display, das per Motor aus dem Gehäuse ausrollt und sich wieder einzieht. Tri-Fold gibt es zu kaufen, Rollable bislang nur als Konzept.
Kann man schon ein Rollable-Handy kaufen? Nein. Ausrollbare Displays wurden mehrfach auf Messen und als Prototyp gezeigt, unter anderem von LG im Jahr 2021, aber ein Serienmodell hat es bis heute in keinen regulären Handel geschafft.
Ist ein Tri-Fold besser als ein normales Foldable? Es bietet mehr Bildfläche, ist dafür aber dicker, schwerer und deutlich teurer, und es hat zwei Faltkanten statt einer. Für die meisten reicht ein klassisches Book- oder Flip-Foldable, das leichter und ausgereifter ist. Den Unterschied der Klapp-Bauformen erklärt der Ratgeber Flip oder Fold.
Warum gibt es noch keine ausrollbaren Handys zu kaufen? Weil die Mechanik schwer zu beherrschen ist. Ein Motor muss das flexible Display über tausende Zyklen gleichmäßig aus- und einfahren, ohne dass es Wellen wirft. Ein Scharnier ist im Vergleich einfach, deshalb ist Tri-Fold schon im Handel und Rollable noch nicht.
Quellen und zum Weiterlesen
- Samsung Newsroom: Introducing Galaxy Z TriFold (Vorstellung, zehn Zoll aufgeklappt, Snapdragon 8 Elite, 16 GB RAM, 5600-mAh-Akku über drei Panels, Titan-Scharnier).
- Wikipedia: Samsung Galaxy Z TriFold (Ankündigung Dezember 2025, QXGA+ 2160×1584, 120 Hz, nach innen faltende Segmente mit separatem Deckdisplay).
- Huawei: Mate XT Ultimate Design — Specifications (10,2-Zoll-OLED, drei Nutzgrößen, Z-Faltung).
- Wikipedia: Huawei Mate XT (weltweit erstes kaufbares Tri-Fold, vorgestellt 10. September 2024, faltet auf 7,9 und 6,4 Zoll).
- Tom's Guide: Remember LG's canceled rollable phone (LG-Rollable-Konzept von der CES 2021, nie in Serie, motorisch ausfahrendes Display).
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