iCloud-Speicher voll: was du jetzt Schritt für Schritt tun kannst

iCloud-Speicher voll: was du jetzt Schritt für Schritt tun kannst

„Nicht genügend iCloud-Speicher." Diese Meldung taucht meistens im ungünstigsten Moment auf: das Backup läuft nachts nicht mehr durch, neue Fotos landen nicht in der Cloud, irgendwann kommen auch keine Mails mehr an. Der Grund ist fast immer derselbe. Der kostenlose iCloud-Speicher ist mit fünf Gigabyte knapp bemessen, und ein einziges Geräte-Backup samt Fotomediathek füllt ihn schnell. Die gute Nachricht: Du musst weder sofort etwas dazubuchen noch Angst um deine Daten haben. Meist räumst du in zehn Minuten genug frei, damit wieder Ruhe ist. Wichtig ist die richtige Reihenfolge, vom größten Brocken zum kleinsten.

Dieser Ratgeber führt dich durch die Schritte am iPhone. Weil das gleiche Prinzip beim Google-Speicher unter Android gilt, findest du die Android-Wege jeweils direkt daneben.

Talkis Tipp. Fang beim alten Backup an, nicht bei den Fotos. Wer schon mal ein iPhone oder Android-Gerät gewechselt hat, schleppt oft noch das Backup des alten Geräts mit, das niemand mehr braucht. Das ist häufig der größte einzelne Posten im Cloud-Speicher. Ein altes Backup zu löschen bringt dir meist auf einen Schlag mehr Platz, als hundert Fotos einzeln zu sortieren. Schau also zuerst nach, welche Geräte-Backups überhaupt noch drin liegen. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Voller Cloud-Speicher heißt nicht voller Handy-Speicher. Das sind zwei verschiedene Dinge. Deine Cloud ist voll, dein Gerät kann trotzdem viel Platz frei haben.
  • Sieh zuerst nach, was den Platz belegt. iPhone und Android zeigen dir eine Aufschlüsselung nach Backups, Fotos, Mail und Dateien. Ohne diese Ansicht rätst du nur.
  • Der größte Fresser ist fast immer ein altes Geräte-Backup oder die Fotomediathek. Genau da lohnt sich das Aufräumen zuerst.
  • Nichts, was du hier tust, löscht Daten von deinem Handy. Ein Cloud-Backup zu entfernen betrifft nur die Kopie in der Cloud, nicht die Inhalte auf dem Gerät.
  • Aufräumen oder dazubuchen ist deine Entscheidung. Beide Systeme bieten kostenpflichtige größere Speicherpakete an. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel du wirklich sichern willst.

Schritt 1: Nachsehen, was den Speicher belegt

Bevor du irgendetwas löschst, verschaff dir den Überblick. Beide Systeme zeigen dir genau, welcher Bereich wie viel Platz frisst.

iPhone (iCloud). Öffne die Einstellungen, tippe oben auf deinen Namen, dann auf iCloud. Unter Accountspeicher verwalten siehst du einen Balken und darunter die Liste: Backups, Fotos, Nachrichten, Mail, iCloud Drive und so weiter, sortiert nach Größe. Der oberste Eintrag ist dein größter Hebel.

Android (Google-Speicher). Der Cloud-Speicher deines Google-Kontos ist für Google Drive, Gmail und Google Fotos gemeinsam da, kostenlos sind 15 Gigabyte. Öffne die App Google One und tippe auf Speicher, oder öffne in Drive, Fotos oder Gmail die Option Speicherplatz verwalten. Auch hier bekommst du die Aufteilung nach Diensten. Merk dir den größten Posten, ihn gehst du zuerst an.

Schritt 2: Alte Geräte-Backups löschen

Das ist der Schritt, der am meisten bringt. Jedes iPhone oder iPad, das jemals in diesem Account gesichert wurde, legt ein Backup ab. Nach einem Gerätewechsel bleibt das alte oft liegen und belegt weiter Platz.

iPhone. Einstellungen, dein Name, iCloud, Accountspeicher verwalten, dann Backups. Tippe auf ein Gerät. Ein Backup eines Geräts, das du nicht mehr nutzt, kannst du hier löschen. Beim aktuellen Gerät kannst du stattdessen einzelne Apps vom Backup ausnehmen, deren Daten du nicht sichern musst. Große Apps wie eine Streaming- oder Foto-App treiben ein Backup unnötig auf.

Android. Öffne den Speichermanager in Google One. Unter den Kategorien findest du auch Backups von Geräten und Chat-Apps. Alte Geräte-Sicherungen, die du nicht mehr brauchst, kannst du dort entfernen.

Wichtig: Ein Backup zu löschen entfernt nur die Sicherungskopie in der Cloud. Auf dem Handy selbst bleibt alles, wie es ist.

Schritt 3: Fotos und Videos ausmisten

Nach den Backups ist die Foto- und Videosammlung meist der zweitgrößte Posten. Videos wiegen dabei deutlich schwerer als Bilder.

iPhone. Das eine hilft dem Gerät, das andere der Cloud. Die Option iPhone-Speicher optimieren (Einstellungen, dein Name, iCloud, Fotos) legt die vollen Auflösungen in die Cloud und auf dem Gerät nur platzsparende Versionen. Das entlastet dein Handy, an der Cloud-Belegung ändert es nichts. Echten Cloud-Platz schaffst du, indem du die Fotos-App durchgehst und löschst, was du nicht behalten willst, vor allem lange Videos, Screenshots und Serienbilder. Gelöschte Fotos bleiben danach noch bis zu 30 Tage im Album Zuletzt gelöscht. Erst wenn du dieses Album leerst, wird der Platz wirklich frei.

Android. In Google Fotos führt dich Speicherplatz verwalten direkt zu großen Videos, unscharfen Aufnahmen und Screenshots zum gebündelten Löschen. Auch hier muss Gelöschtes erst aus dem Papierkorb, damit der Platz frei wird.

Schritt 4: Anhänge in Nachrichten und Mail

Der oft übersehene Rest sitzt in Nachrichten und E-Mails. Über Jahre sammeln sich dort Bilder, Videos und Dateianhänge, die still im Cloud-Speicher liegen.

iPhone. Wenn du Nachrichten in iCloud nutzt, zählen verschickte und empfangene Anhänge mit. In der Nachrichten-App kannst du große Anhänge und ganze Konversationen löschen. Bei iCloud Mail belegen alte Mails mit dicken Anhängen und der Papierkorb des Postfachs Platz, bis du sie endgültig entfernst.

Android. In Gmail findest du große Anhänge über die Suche mit dem Ausdruck `has:attachment larger:10M`. Damit listet Gmail alle Mails mit Anhängen über zehn Megabyte, die du gezielt aussortieren kannst. Vergiss den Papierkorb und den Spam-Ordner nicht, die zählen mit.

Schritt 5: Aufräumen oder mehr Speicher dazubuchen?

Wenn du die Schritte durch hast und trotzdem regelmäßig an die Grenze stößt, stehen zwei Wege offen. Der eine ist, konsequent aufzuräumen und bewusst zu entscheiden, was überhaupt in die Cloud soll. Nicht jede App braucht ein Cloud-Backup, nicht jedes Video muss synchron gehalten werden.

Der andere ist, ein größeres Speicherpaket zu buchen. Apple bietet das als kostenpflichtiges Upgrade an (Einstellungen, dein Name, iCloud, Accountspeicher verwalten, Speicherplan ändern), Google über ein entsprechendes Abo im Google-Konto. Ob sich das lohnt, ist eine Rechenfrage: Wer viele Fotos und Videos dauerhaft gesichert haben will, fährt mit etwas mehr Cloud oft entspannter als mit ständigem Aufräumen. Wie Cloud-Speicher funktioniert und wo der Unterschied zwischen Synchronisieren und Backup liegt, erklärt der Ratgeber Was ist Cloud-Speicher.

Cloud-Speicher und Gerätespeicher nicht verwechseln

Ein Missverständnis begegnet mir immer wieder: Aus „iCloud voll" wird im Kopf schnell „ich brauche ein neues Handy". Das stimmt fast nie. Der Cloud-Speicher ist ein Onlinekonto und hat mit dem verbauten Speicher deines Geräts nichts zu tun. Die iCloud kann randvoll sein, während auf dem iPhone reichlich Platz frei ist.

Anders liegt der Fall, wenn beides eng wird, dein Gerät also intern ständig voll ist und du dich mit einem knappen Modell herumschlägst. Dann geht es nicht um die Cloud, sondern um zu wenig eingebauten Speicher, und beim nächsten Gerät lohnt es sich, gleich eine Speichergröße höher zu greifen. Worauf du beim Handy-Speicher achten solltest, klärt der Ratgeber Speicher voll am Smartphone. Und wenn ein Wechsel ansteht, findest du im Smartphone-Sortiment Geräte in verschiedenen Speichergrößen, jedes davon im Haus geprüft.

Talkis Empfehlung

Lass dich von der Warnmeldung nicht zu einem Schnellkauf drängen. Geh die Reihenfolge ruhig durch: erst nachsehen, was den Platz belegt, dann alte Backups weg, dann Fotos und Videos, zuletzt Anhänge und Mail. Meist bist du danach wieder unter der Grenze, ohne einen Cent auszugeben. Ein größeres Speicherpaket lohnt erst, wenn du dauerhaft mehr sichern willst. Und ist dein eigentliches Problem der zu kleine Gerätespeicher, dann ist beim nächsten Handy die richtige Speichergröße die bessere Investition als jedes Cloud-Abo.

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Häufige Fragen

Verliere ich Daten, wenn ich ein iCloud-Backup lösche? Nein, solange es das Backup eines Geräts ist, das du nicht mehr nutzt. Gelöscht wird nur die Sicherungskopie in der Cloud. Auf einem aktiven Gerät bleiben alle Inhalte erhalten. Vorsicht ist nur geboten, wenn du das Backup deines aktuellen Geräts löschst und es keine andere Sicherung gibt.

Warum ist mein iCloud-Speicher voll, obwohl auf dem iPhone viel Platz frei ist? Weil das zwei getrennte Speicher sind. Die iCloud ist ein Onlinekonto mit fünf Gigabyte im Gratistarif, der Gerätespeicher ist der fest verbaute Speicher deines iPhones. Das eine kann voll sein, während das andere fast leer ist.

Bringt „iPhone-Speicher optimieren" Platz in der iCloud? Nein. Diese Funktion spart Platz auf dem Gerät, indem die vollen Auflösungen in der Cloud liegen und lokal nur kleinere Versionen. In der Cloud ändert sich dadurch nichts. Cloud-Platz schaffst du nur, indem du Inhalte wirklich löschst und danach den Papierkorb leerst.

Gilt das alles auch für Android? Im Prinzip ja. Bei Android heißt der Cloud-Speicher Google-Speicher und umfasst 15 Gigabyte für Drive, Gmail und Google Fotos zusammen. Die Logik ist dieselbe: nachsehen, was belegt ist, alte Backups und große Anhänge löschen, Fotos ausmisten, Papierkorb leeren.

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