Handy richtig lagern: den Akku bei Nichtnutzung schonen

Handy richtig lagern: den Akku bei Nichtnutzung schonen

Du legst ein Handy für längere Zeit weg: das alte Gerät nach dem Umstieg, ein Zweithandy, das Reisehandy bis zum nächsten Urlaub. Einfach ausschalten und in die Schublade ist keine gute Idee. Ein Lithium-Ionen-Akku altert auch, wenn niemand ihn benutzt, und zwei Dinge entscheiden über seinen Zustand nach Monaten: mit welchem Ladestand du das Gerät weglegst und wie warm es dabei liegt. Beides hast du selbst in der Hand. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du ein Handy richtig lagerst, mit den passenden Menüpfaden für iPhone, Samsung Galaxy und Android.

Talkis Tipp. Nicht randvoll und nicht leer weglegen. Ein Akku, der lange bei 100 Prozent liegt, verliert mit der Zeit Kapazität. Ein Akku, der leer eingelagert wird, kann so tief entladen, dass er gar keine Ladung mehr annimmt. Der ruhige Mittelweg ist etwa die Hälfte. Lade das Gerät also auf rund 50 Prozent, schalte es aus, und leg es kühl und trocken weg. Das ist die ganze Kunst. Wenn du danach ein geprüftes Ersatzgerät suchst, findest du es im Smartphone-Sortiment. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf etwa 50 Prozent laden. Weder voll noch leer. Apple nennt rund 50 Prozent, Samsung einen Bereich von etwa 50 bis 70 Prozent. Beides zielt auf denselben mittleren Ladestand.
  • Gerät ausschalten, nicht nur sperren. Ein ausgeschaltetes Handy verbraucht im Ruhezustand kaum Strom und rutscht so nicht langsam in die Tiefentladung.
  • Kühl und trocken lagern. Hitze ist der größte Feind des Akkus. Kein heißes Auto, keine feuchte Kellerecke, keine sonnige Fensterbank.
  • Alle drei bis sechs Monate kurz nachladen. Bei langer Lagerung sackt der Ladestand von selbst ab. Ein Mal pro Halbjahr wieder auf rund 50 Prozent bringen genügt.
  • Vorher an Backup und SIM denken. Sichere die Daten und nimm SIM- und Speicherkarte heraus, bevor das Gerät für Monate verschwindet.

Schritt 1: Auf etwa 50 Prozent laden

Der Ladestand beim Weglegen ist der wichtigste Hebel. Apple beschreibt in den Batterie-Hinweisen genau die zwei Fallen: Lagerst du das Gerät voll geladen über lange Zeit, kann der Akku etwas Kapazität verlieren. Lagerst du es komplett leer, kann er in einen Tiefentladungszustand fallen und danach keine Ladung mehr halten. Der geschützte Bereich liegt dazwischen. Apple empfiehlt rund 50 Prozent, Samsung nennt für die Langzeitlagerung etwa 50 bis 70 Prozent.

So prüfst du den Ladestand und lädst gezielt:

  • iPhone: Den genauen Prozentwert siehst du in der Statusleiste oben rechts oder unter Einstellungen → Batterie. Häng das Kabel an, bis der Wert bei etwa 50 Prozent steht, und zieh es dann ab.
  • Samsung Galaxy: Öffne Einstellungen → Akku (auf älteren Modellen Einstellungen → Akku und Gerätewartung → Akku). Dort steht der aktuelle Prozentwert. Lade bis etwa 50 bis 60 Prozent.
  • Android allgemein: Der Ladestand steht unter Einstellungen → Akku. Die genaue Bezeichnung kann je nach Hersteller leicht abweichen, das Prinzip ist überall gleich.

Schritt 2: Das Gerät komplett ausschalten

Ein gesperrtes, aber eingeschaltetes Handy zieht weiter Strom: Hintergrunddienste, Netzsuche, Standortsensoren. Über Wochen sinkt der Ladestand so unbemerkt Richtung null, und genau das willst du bei der Lagerung vermeiden. Apple und Samsung raten beide, das Gerät für die Aufbewahrung auszuschalten, damit der Akku nicht weiter belastet wird.

So schaltest du sauber aus:

  • iPhone: Seitentaste und eine der beiden Lautstärketasten gleichzeitig gedrückt halten, bis der Ausschalt-Regler erscheint, und ihn nach rechts ziehen. Alternativ über Einstellungen → Allgemein → Ausschalten.
  • Samsung Galaxy: Ein/Aus-Taste und Lautstärke-leiser-Taste zusammen gedrückt halten und Ausschalten wählen. Oder das Benachrichtigungsfeld von oben aufziehen und auf das Ein/Aus-Symbol tippen.
  • Android allgemein: Ein/Aus-Taste länger drücken (bei manchen Geräten zusätzlich Lautstärke-leiser) und im Menü Ausschalten antippen.

Schritt 3: Kühl, trocken und sicher lagern

Neben dem Ladestand entscheidet die Temperatur über den Zustand des Akkus. Wärme beschleunigt die Alterung, egal ob das Gerät läuft oder ausgeschaltet ist. Warum das so ist, erklärt der Hintergrund-Ratgeber Warum Hitze Akkus schadet.

Halte dich an ein paar einfache Regeln:

  • Kühl, aber nicht eisig. Apple rät, das Gerät an einem kühlen Ort unter 32 Grad zu lagern. Samsung nennt dieselbe Richtung und warnt vor dauerhafter Lagerung über 35 oder unter 0 Grad. Normale Zimmertemperatur ist ideal.
  • Kein heißes Auto, keine Sonne. Das Handschuhfach im Sommer oder die Fensterbank in der Mittagssonne sind die typischen Hitzefallen.
  • Trocken. Feuchtigkeit greift die Kontakte an. Eine kühle, trockene Schublade ist besser als der klamme Keller.
  • Geschützt vor Druck. Nicht unter schwere Gegenstände legen. Ein Akku, der eingedrückt oder verbogen wird, ist ein Sicherheitsrisiko.

Bevor das Gerät für längere Zeit verschwindet, lohnt sich etwas Vorbereitung: Sichere deine Daten in einem Backup, nimm die SIM- und, falls vorhanden, die Speicherkarte heraus, und leg das Handy am besten in eine Hülle oder ein weiches Tuch, damit die Rückseite keine Kratzer bekommt.

Schritt 4: Alle drei bis sechs Monate nachladen

Auch ein ausgeschaltetes Handy verliert über die Monate langsam an Ladung. Damit es nicht in die Tiefentladung rutscht, holst du es ein Mal pro Halbjahr kurz aus der Schublade. Apple empfiehlt, ein länger als sechs Monate gelagertes Gerät alle sechs Monate wieder auf 50 Prozent zu laden. Samsung nennt einen Rhythmus von drei bis sechs Monaten. Kurz einschalten, auf rund 50 Prozent bringen, wieder ausschalten, fertig. Ein Termin im Kalender hilft, den Zeitpunkt nicht zu verpassen.

Ist ein lange gelagertes Gerät doch einmal komplett leer, reagiert es beim Anstecken oft nicht sofort. Ein tiefentladener Akku braucht ein paar Minuten am Strom, bevor sich das Display überhaupt meldet. Gib ihm die Zeit, bevor du an einen Defekt denkst. Wie du hinterher den Akku-Zustand richtig ausliest, steht im Ratgeber Akkugesundheit beim gebrauchten Handy prüfen.

Was das für ein altes Handy nach dem Umstieg bedeutet

Viele lagern ihr altes Gerät nach dem Wechsel „für alle Fälle“ ein und finden es Jahre später tiefentladen wieder. Mit den vier Schritten oben passiert das nicht. Trotzdem lohnt die ehrliche Frage, ob das Einlagern überhaupt sinnvoll ist: Ein Ersatzhandy, das jahrelang in der Schublade altert, ist am Ende oft weder als Backup noch für einen späteren Verkauf viel wert. Suchst du selbst ein zuverlässiges Zweitgerät, das nicht neu sein muss, findest du im Smartphone-Sortiment geprüfte Geräte. Wir prüfen jedes Gerät im Haus anhand fester Kriterien, und Neu und generalüberholt halten wir dabei sauber getrennt, damit du weißt, was du bekommst.

Talkis Empfehlung

Merk dir die vier Handgriffe: auf rund 50 Prozent laden, ausschalten, kühl und trocken weglegen, alle paar Monate nachladen. Mehr braucht es nicht, um ein Handy monatelang gut über die Zeit zu bringen. Der häufigste Fehler ist der bequemste: das Gerät einfach voll oder leer in die Schublade zu werfen und zu vergessen. Genau das kostet den Akku Kapazität. Wenn du unsicher bist, ob sich das Aufheben deines alten Geräts lohnt oder ein geprüftes Ersatzgerät die vernünftigere Wahl ist, frag mich. Wie das Laden selbst funktioniert und ob schnelles Laden dem Akku schadet, erklärt der Ratgeber Wie schnelles Laden funktioniert.

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Häufige Fragen

Mit wie viel Prozent sollte ich ein Handy einlagern? Mit etwa 50 Prozent. Apple nennt rund 50 Prozent, Samsung einen Bereich von 50 bis 70 Prozent. Der Grund ist derselbe: Ein voll geladener Akku verliert über lange Zeit Kapazität, ein leerer kann tiefentladen und danach gar keine Ladung mehr halten. Die Mitte ist der geschützte Bereich.

Soll ich das Handy zum Lagern ausschalten oder nur sperren? Ausschalten. Ein gesperrtes, aber eingeschaltetes Gerät verbraucht im Hintergrund weiter Strom und sinkt über die Wochen unbemerkt Richtung leer. Ausgeschaltet ist der Verbrauch minimal, und der Akku bleibt länger im gewünschten Bereich.

Wie oft muss ich ein gelagertes Handy nachladen? Alle drei bis sechs Monate. Auch ausgeschaltet verliert der Akku langsam an Ladung. Hol das Gerät ein Mal pro Halbjahr heraus, lade es kurz auf rund 50 Prozent und schalte es wieder aus, damit es nicht in die Tiefentladung rutscht.

Darf ich mein Handy im Auto oder im Keller lagern? Besser nicht. Das Auto wird im Sommer sehr heiß, und Hitze lässt den Akku schneller altern. Der Keller ist oft feucht, und Feuchtigkeit greift die Kontakte an. Am besten liegt das Gerät kühl und trocken bei normaler Zimmertemperatur.

Mein lange gelagertes Handy geht gar nicht mehr an. Ist der Akku hin? Nicht unbedingt. Ein tiefentladener Akku reagiert beim Anstecken oft nicht sofort. Lass das Gerät ein paar Minuten am Ladegerät, bevor du es beurteilst. Meldet es sich dann noch immer nicht, kann der Akku dauerhaft geschädigt sein.

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