Handy privat oder beim Händler kaufen?

Handy privat oder beim Händler kaufen?

Talkis Tipp
  • Der Privatkauf lockt oft mit dem niedrigeren Preis, aber du trägst das Risiko allein: keine Rückgabe, meist ausgeschlossene Gewährleistung, keine Prüfung.
  • Beim gewerblichen Händler bekommst du eine geprüfte Ware, die gesetzliche Gewährleistung lässt sich nicht ganz ausschließen, und beim Online-Kauf gilt das Widerrufsrecht.
  • Egal welchen Weg du wählst: Prüfe vor dem Kauf immer, ob das Gerät noch an ein fremdes Konto gebunden ist. Ein iPhone mit aktiver Aktivierungssperre oder ein Android-Gerät mit fremdem Google-Konto ist nach dem Zurücksetzen nicht mehr einzurichten.
— Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Preis. Von privat ist ein Gerät häufig günstiger als beim Händler. Der Unterschied ist der Aufpreis für Prüfung, Rückgaberecht und einen Ansprechpartner nach dem Kauf.
  • Sicherheit. Beim Händler wird das Gerät vor dem Verkauf geöffnet und geprüft. Von privat siehst du nur, was der Verkäufer dir zeigt, und musst selbst nachschauen.
  • Rückgabe. Kaufst du online bei einem gewerblichen Händler, hast du ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Beim direkten Privatkauf gibt es das nicht.
  • Gewährleistung. Ein privater Verkäufer darf die Gewährleistung ausschließen. Ein Händler kann das nicht vollständig, bei Gebrauchtware aber auf ein Jahr verkürzen (Quelle: Verbraucherzentrale).
  • Gilt für alle Systeme. Ob iPhone, Samsung Galaxy oder Google Pixel: Die Unterschiede zwischen den Kaufwegen sind bei iOS und Android dieselben.
Schnell entschieden

Willst du den niedrigsten Preis und traust dir zu, das Gerät selbst zu prüfen und die Zahlung sicher abzuwickeln? Dann ist der Privatkauf ein Weg für dich.

Willst du wenig Aufwand, eine geprüfte Ware, Widerrufsrecht und jemanden, der nach dem Kauf erreichbar bleibt? Dann kaufst du besser beim Händler.

Was beim Privatkauf anders ist

Der Reiz liegt beim Preis. Wer privat verkauft, will das Gerät loswerden und hat keine Fixkosten für Aufbereitung, Lager oder Rückgaben. Das gibt er beim Preis weiter. Dafür trägst du das Risiko: Du siehst das Handy nur so, wie der Verkäufer es dir zeigt, und niemand hat den Akku, das Display oder die Anschlüsse für dich geprüft.

Rechtlich ist der Privatkauf schlichter. Laut Verbraucherzentrale darf ein privater Verkäufer die Gewährleistung nahezu vollständig ausschließen. Steht im Angebot oder Vertrag eine Formulierung wie "unter Ausschluss jeder Gewährleistung", haftet der Verkäufer für einen späteren Mangel nicht. Eine Ausnahme gilt nur, wenn er einen Fehler arglistig verschwiegen hat, und das müsstest du ihm nachweisen. Ein Widerrufsrecht, wie du es aus dem Online-Handel kennst, gibt es beim direkten Kauf zwischen zwei Privatpersonen nicht.

Praktisch heißt das: Beim Privatkauf verlässt du dich auf dich selbst. Lass dir das Gerät im eingeschalteten Zustand zeigen, prüfe die IMEI mit dem Code `*#06#` und gleiche sie mit dem Aufdruck ab. Lass das Handy vor deinen Augen zurücksetzen, bis der Ersteinrichtungs-Bildschirm erscheint, damit du sicher bist, dass kein fremdes Konto mehr hängt. Bei der Bezahlung sind Bargeld bei persönlicher Übergabe oder ein käuferschützender Bezahlweg sicherer als eine Vorabüberweisung an eine unbekannte Person.

Was beim Händler anders ist

Ein gewerblicher Händler kostet in der Regel etwas mehr, und dieser Aufpreis kauft dir vier Dinge: eine geprüfte Ware, eine nicht ganz abbedingbare Gewährleistung, beim Online-Kauf ein Widerrufsrecht und einen Ansprechpartner, falls doch etwas ist.

Die Gewährleistung kann ein Händler gegenüber Verbrauchern nicht vollständig ausschließen. Bei gebrauchter Ware lässt sie sich auf ein Jahr verkürzen, kürzere Fristen sind unwirksam (Quelle: Verbraucherzentrale). Kaufst du online, greift zusätzlich das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen. Du kannst das Gerät also in Ruhe zu Hause ansehen und zurücksenden, wenn es nicht passt. Diese Rückgabe-Option ist der praktische Unterschied, den der Privatkauf nicht bietet.

Der zweite Unterschied ist die Prüfung. Ein seriöser Aufbereiter öffnet das Gerät vor dem Verkauf, kontrolliert Funktion und Zustand und weist ihn offen aus. Du siehst also vorher, worauf du dich einlässt. Wichtig ist die saubere Trennung: "Neu" und "generalüberholt" sind zwei verschiedene Dinge. Ein generalüberholtes Gerät ist gebraucht und aufbereitet, kein Neugerät.

Sicherheit gilt in beide Richtungen

Ein Punkt betrifft beide Wege gleichermaßen, und er wird oft unterschätzt: Konten und Daten. Verkaufst du selbst ein Handy, gib es nicht weiter, ohne es vorher gründlich zu leeren. Das BSI weist darauf hin, dass bei aktuellen Smartphones das Zurücksetzen auf den Werkszustand normalerweise ausreicht, weil kein direkter Zugriff auf den internen Speicher besteht. Achte darauf, die Option zu wählen, die die Inhalte löscht und nicht nur die Einstellungen, und entferne vorher SIM- und Speicherkarten. Melde dein Konto vom Gerät ab, bei Apple die Apple-ID und bei Android das Google-Konto, sonst bleibt das Gerät für den nächsten Nutzer gesperrt.

Als Käufer nutzt du genau diesen Mechanismus zur Kontrolle. Lässt sich das Gerät bis zur Ersteinrichtung zurücksetzen und dort mit deinem eigenen Konto neu einrichten, ist die Kontobindung sauber gelöst. Bleibt eine Aktivierungssperre oder ein fremdes Google-Konto hängen, lass die Finger davon.

Kauf von privat, wenn

  • dir der niedrigste Preis wichtiger ist als Komfort und Absicherung
  • du dir zutraust, das Gerät selbst zu prüfen, und die IMEI sowie die Kontobindung kontrollierst
  • du das Handy persönlich übergeben bekommst und die Zahlung sicher abwickeln kannst

Kauf beim Händler, wenn

  • du wenig Aufwand willst und eine geprüfte Ware mit ausgewiesenem Zustand bevorzugst
  • dir ein Rückgaberecht wichtig ist und du das Gerät in Ruhe zu Hause ansehen möchtest
  • du einen erreichbaren Ansprechpartner haben willst, falls nach dem Kauf etwas auftritt

Der Weg, den nur der Händler bietet

Zwischen "billig von privat" und "teuer neu" liegt der refurbished Kauf beim Aufbereiter, und er verbindet die Vorteile beider Seiten. Du zahlst weniger als für ein Neugerät, bekommst aber die Prüfung, das Widerrufsrecht und den Ansprechpartner, die dem Privatkauf fehlen. Jedes Gerät bei uns wird vor dem Verkauf im Haus geöffnet und nach 56 Kriterien geprüft, der genaue Zustand steht bei jedem Angebot dabei, und beim Online-Kauf hast du die 14 Tage Widerrufsrecht. So bekommst du den günstigeren Preis des Gebrauchtmarkts, ohne das Risiko allein zu tragen.

Talkis Empfehlung

Für die meisten ist der Kauf beim Händler die entspanntere Wahl. Du zahlst einen überschaubaren Aufpreis und bekommst dafür eine geprüfte Ware, ein Rückgaberecht und jemanden, der erreichbar bleibt. Der Privatkauf lohnt sich, wenn dir der letzte Euro wichtiger ist als der Komfort und du bereit bist, das Gerät selbst gründlich zu prüfen. Kein Weg ist grundsätzlich falsch, es ist eine Frage, wie viel Aufwand und Risiko du selbst tragen willst.

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Häufige Fragen

Ist ein Handy von privat immer günstiger? Oft, aber nicht zwingend. Der niedrigere Preis ist der Gegenwert dafür, dass Prüfung, Rückgaberecht und ein Ansprechpartner fehlen. Rechne den möglichen Aufwand und das Risiko mit ein, dann relativiert sich der Unterschied.

Habe ich beim Privatkauf ein Rückgaberecht? Beim direkten Kauf zwischen zwei Privatpersonen nicht. Das Widerrufsrecht von 14 Tagen gilt beim Online-Kauf gegenüber einem gewerblichen Händler, nicht bei einem privaten Verkauf (Quelle: Verbraucherzentrale).

Kann ein privater Verkäufer die Gewährleistung ausschließen? Ja, laut Verbraucherzentrale darf ein Privatverkäufer die Gewährleistung nahezu vollständig ausschließen. Eine Ausnahme gilt, wenn er einen Mangel arglistig verschwiegen hat. Ein Händler kann die Gewährleistung nicht ganz ausschließen, bei Gebrauchtware aber auf ein Jahr verkürzen.

Woran erkenne ich, dass ein gebrauchtes Handy sauber ist? Prüfe die IMEI mit `*#06#` und gleiche sie mit dem Aufdruck ab. Lass das Gerät bis zum Ersteinrichtungs-Bildschirm zurücksetzen und richte es mit deinem eigenen Konto ein. Bleibt eine Aktivierungssperre oder ein fremdes Konto hängen, kaufe es nicht.

Gilt das alles für iPhone und Android gleich? Ja. Preis, Prüfung, Rückgabe und Gewährleistung hängen am Kaufweg, nicht am Betriebssystem. Nur bei der Kontobindung heißt es bei Apple Apple-ID und Aktivierungssperre, bei Android Google-Konto.

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