Fritz!Box am Kabelanschluss: welche passt und wie du sie anmeldest
Wer am Kabelanschluss surft, kann nicht einfach jede beliebige Fritz!Box anschließen. Anders als bei DSL oder Glasfaser braucht der Kabelanschluss ein eingebautes Kabelmodem, und das haben nur bestimmte Modelle. Dazu kommt die zweite Hürde: Eine fremde Box läuft am Kabel erst, wenn der Anbieter sie freigeschaltet hat. Dieser Ratgeber zeigt dir, woran du die richtige Box erkennst, welche Modelle infrage kommen und wie die Anmeldung bei Vodafone und PYUR abläuft.
Das Wichtigste in Kürze
- Kabel braucht eine Cable-Box. Nur Modelle mit dem Zusatz "Cable" haben das nötige DOCSIS-Kabelmodem an Bord.
- Router-Freiheit gilt. Seit August 2016 darfst du deinen eigenen Router am Kabelanschluss betreiben, der Anbieter muss ihn zulassen.
- Freischaltung ist Pflicht. Die Box läuft erst, wenn du sie beim Anbieter anmeldest, je nach Region mit Aktivierungscode oder mit CM-MAC und Seriennummer.
- DOCSIS bestimmt das Tempo. DOCSIS 3.0 reicht für mittlere Tarife, DOCSIS 3.1 für Gigabit.
- Zwei aktuelle Modelle. Die 6690 Cable ist die etablierte Wahl, die 6670 Cable die neuere Box mit Wi-Fi 7.
Kabel braucht eine Cable-Fritzbox
Der entscheidende Unterschied zum DSL- oder Glasfaseranschluss steckt im Gehäuse. Am Kabelanschluss kommt das Internet über das Koaxialkabel, das früher nur das Fernsehsignal transportiert hat. Damit eine Fritz!Box dieses Signal versteht, braucht sie ein eingebautes Kabelmodem nach dem DOCSIS-Standard (Data Over Cable Service Interface Specification). Genau dieses Modem haben nur die Modelle mit dem Zusatz "Cable" im Namen.
Eine DSL-Fritzbox wie die 7590 oder eine Glasfaser-Box lässt sich am Kabelanschluss nicht betreiben, auch nicht mit Adapter. Die Anschlüsse auf der Rückseite sehen ähnlich aus, aber das passende Modem fehlt. Beim Kauf ist das Wort "Cable" also kein Marketingzusatz, sondern das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Wenn du unsicher bist, welche Anschlussart du überhaupt hast, hilft dir vorab der Ratgeber, welche Fritz!Box zu welchem Anschluss passt.
Der DOCSIS-Standard kommt in zwei für die Praxis relevanten Versionen. DOCSIS 3.0 bündelt bis zu 24 Download- und 8 Upload-Kanäle und reicht laut Vodafone für Tarife bis rund 300 Mbit/s. DOCSIS 3.1 nutzt zusätzlich breitere OFDM-Kanäle und ist die Voraussetzung für Gigabit-Tarife, bleibt dabei aber abwärtskompatibel zu DOCSIS 3.0. Wer einen schnellen Tarif gebucht hat oder ihn später buchen will, sollte deshalb gleich zu einer DOCSIS-3.1-Box greifen.
Die Modelle
Aktuell sind zwei Cable-Fritzboxen relevant. Beide nutzen DOCSIS 3.1 und sind damit für Gigabit-Tarife geeignet, sie unterscheiden sich vor allem beim WLAN-Standard und beim Smart-Home-Funk.
| Modell | Kabelmodem | WLAN | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 6690 Cable | DOCSIS 3.1 | Wi-Fi 6 | etabliert, Mesh, DECT |
| 6670 Cable | DOCSIS 3.1 | Wi-Fi 7 und Wi-Fi 6 | Zigbee, 2,5-Gbit-Port |
Die 6690 Cable ist die etablierte Wahl am Kabelanschluss. Sie arbeitet mit DOCSIS 3.1 und Wi-Fi 6 und ist laut AVM für hohe Geschwindigkeiten bis in den Gigabit-Bereich ausgelegt. Dazu bringt sie Mesh für die WLAN-Erweiterung und eine DECT-Basis für Telefonie und Smart Home mit. Für die meisten Kabelhaushalte ist sie nach wie vor die solide Standardlösung.
Die 6670 Cable ist die neuere Box. AVM hat sie als DOCSIS-3.1-Router mit Wi-Fi 7 und zusätzlich Wi-Fi 6 vorgestellt, dazu mit einem 2,5-Gigabit-LAN/WAN-Port und Smart Home über DECT ULE und Zigbee (AVM-Pressemitteilung). Wi-Fi 7 lohnt sich vor allem, wenn auch deine Endgeräte den Standard unterstützen; am Kabelmodem selbst ändert es nichts, beide Boxen funken über dieselbe DOCSIS-3.1-Anbindung. Welche genau zu deinem Tarif passt, hängt also weniger am Kabelteil als am WLAN-Bedarf im Haushalt.
Eigene Fritzbox am Kabelanschluss anmelden
Seit August 2016 gilt in Deutschland die Router-Freiheit: Der Anbieter muss dir erlauben, deinen eigenen Router statt des Leihgeräts zu betreiben (heise online zur freien Routerwahl). Am Kabelanschluss reicht es aber nicht, die Box einfach einzustecken. Das Kabelmodem muss im Netz des Anbieters freigeschaltet werden, sonst bekommt es keine Verbindung. Wie das abläuft, hängt von der Region ab.
In den meisten Bundesländern (ehemals Vodafone Kabel Deutschland) startest du den Einrichtungsassistenten der Fritz!Box, wählst den Internetzugang über den Kabelanschluss und gibst Kundennummer und Aktivierungscode ein (AVM-Anleitung zur freien Routerwahl bei Vodafone). Den Aktivierungscode bekommst du mit der Auftragsbestätigung; ist er nicht mehr auffindbar, kannst du ihn über MeinVodafone oder die Service-Hotline neu anfordern.
Im Gebiet des früheren Unitymedia (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg, heute Vodafone West) läuft es anders. Dort meldest du die Box über die Seriennummer und die CM-MAC an, also die MAC-Adresse des Kabelmodems. Beide Angaben stehen auf dem Aufkleber an der Unterseite der Fritz!Box und in der Kurzanleitung (Vodafone, eigener Kabel-Router). Vodafone gleicht diese Kennungen mit deinem Anschluss ab und schaltet das Modem dann frei.
Bei PYUR und anderen Kabelnetzbetreibern gilt das gleiche Prinzip: Router-Freiheit ja, aber die Box muss beim Anbieter registriert und freigeschaltet werden, üblicherweise ebenfalls über Seriennummer und CM-MAC. Welche Modelle ein Netz konkret zulässt, hältst du am besten vor dem Kauf in der AVM-Übersicht der unterstützten Kabelanschlüsse gegen.
Ein ehrlicher Hinweis zum Tempo: Vodafone weist darauf hin, dass die im Tarif zugesicherten Bandbreiten offiziell nur mit einem Vodafone-Router gelten. In der Praxis liefert eine passende Cable-Fritzbox das volle Tempo, technisch garantiert wird es vom Anbieter aber nur mit dessen Gerät. Wenn die volle Tarifgeschwindigkeit für dich vertraglich verbindlich sein muss, ist das ein Punkt, den du kennen solltest. Steht die Verbindung, führt dich der allgemeine Ratgeber zum Einrichten der Fritz!Box durch WLAN, Telefonie und die ersten Einstellungen.
Worauf achten beim Kauf
- "Cable" im Namen. Ohne diesen Zusatz fehlt das Kabelmodem, die Box läuft am Kabelanschluss nicht.
- DOCSIS-Version zum Tarif. Für Gigabit-Tarife eine DOCSIS-3.1-Box wählen; 3.0 reicht nur für mittlere Tarife.
- Freischaltung möglich? Vorab prüfen, ob dein Netzbetreiber das Modell zulässt, und Seriennummer plus CM-MAC für die Anmeldung bereithalten.
- WLAN nach Bedarf. Wi-Fi 7 bringt nur etwas, wenn auch die Endgeräte es unterstützen; sonst tut es Wi-Fi 6.
- Funktion geprüft. Bei einem generalüberholten Gerät auf geprüfte Funktion und vollständiges Zubehör achten (Netzteil, Kabel).
Cable-Fritzboxen führen wir aktuell nicht im Sortiment. Wenn du auf der Suche nach einer DSL- oder Glasfaser-Fritzbox bist, findest du im Fritzbox-Bereich Geräte neu und geprüft gebraucht.
Häufige Fragen
Läuft jede Fritzbox am Kabelanschluss?
Nein. Am Kabelanschluss funktionieren nur Modelle mit dem Zusatz "Cable", weil nur sie das nötige DOCSIS-Kabelmodem eingebaut haben. DSL- und Glasfaser-Boxen lassen sich dort nicht betreiben.
Welche Fritzbox brauche ich für Vodafone Kabel?
Eine Cable-Fritzbox, die dein Anbieter freischaltet. Aktuell sind die 6690 Cable und die 6670 Cable die relevanten Modelle, beide mit DOCSIS 3.1 für Gigabit-Tarife. Für mittlere Tarife genügt auch ein älteres DOCSIS-3.1- oder -3.0-Modell.
Wie schalte ich meine eigene Fritzbox am Kabel frei?
Über den Anbieter. In den meisten Regionen gibst du im Einrichtungsassistenten Kundennummer und Aktivierungscode ein. Im Gebiet des früheren Unitymedia (NRW, Hessen, Baden-Württemberg) meldest du die Box über Seriennummer und CM-MAC an. Beide Kennungen stehen auf dem Aufkleber an der Unterseite und in der Kurzanleitung.
Was ist die CM-MAC?
Die CM-MAC ist die MAC-Adresse des Kabelmodems (Cable Modem MAC). Der Anbieter braucht sie, um genau dein Gerät im Netz zu identifizieren und freizuschalten. Sie steht zusammen mit der Seriennummer auf dem Typenschild der Fritz!Box.
Bekomme ich mit eigener Box die volle Tarifgeschwindigkeit?
Technisch liefert eine passende Cable-Fritzbox das volle Tempo. Vodafone weist allerdings darauf hin, dass die im Tarif zugesicherten Bandbreiten offiziell nur mit einem Vodafone-Router gelten. Verbindlich garantiert wird die Höchstgeschwindigkeit also nur mit dem Anbietergerät.