Essen fotografieren mit dem Handy: so gelingt das appetitliche Foto

Essen fotografieren mit dem Handy: so gelingt das appetitliche Foto

Der Teller sieht traumhaft aus, du zückst das Handy, und auf dem Bild wirkt das Gericht plötzlich flach und lieblos. Das liegt fast nie an der Kamera und fast immer an vier Dingen: Licht, Winkel, Bildaufbau und Fokus. Hast du die im Griff, holst du aus jedem halbwegs aktuellen Smartphone ein Foto, das Appetit macht, ganz ohne Bearbeitungs-App. Diese Anleitung geht die vier Hebel der Reihe nach durch, mit den Menüpfaden für iPhone und Android.

Talkis Tipp. Wenn du dir nur eine Sache merkst: Dreh dich zum Fenster und schalt den Blitz aus. Weiches Tageslicht von der Seite ist der größte Unterschied zwischen einem faden und einem lecker aussehenden Foto. Der eingebaute Blitz macht das Gegenteil, er plättet das Essen und wirft harte Schatten. Setz dich also lieber an den helleren Tisch am Fenster als in die dunkle Ecke, dann arbeitet die Kamera von allein besser. — Talki, dein Berater

Das Wichtigste in Kürze

  • Licht schlägt alles. Natürliches Fensterlicht von der Seite, kein Blitz.
  • Wähl den Winkel zum Gericht. Flache Teller von oben, Geschichtetes aus rund 45 Grad, Getränke und Hohes von der Seite.
  • Raster einschalten. Die Drittel-Regel rückt das Hauptmotiv aus der Mitte. Das Gitter blendest du in den Kamera-Einstellungen ein.
  • Fokus setzen und Helligkeit regeln. Tipp auf das schärfste Detail, dann zieh die Belichtung nach.
  • Näher rangehen statt zoomen. Der Digitalzoom kostet Schärfe. Geh lieber mit dem ganzen Handy näher heran.
  • Aufräumen vor dem Auslösen. Krümel wegwischen, den Tellerrand säubern, Störendes aus dem Bild schieben.

Schritt 1: Das Licht ist der ganze Trick

Food-Fotos leben vom Licht. Stell den Teller ans Fenster, nicht unter die Deckenlampe, und zwar so, dass das Tageslicht von der Seite kommt, nicht in deinem Rücken. Seitliches Licht bringt die Struktur heraus: die Kruste, den Dampf, die Glasur. Licht direkt von vorn macht das Essen flach.

Vermeide zwei Dinge. Erstens den eingebauten Blitz, er leuchtet frontal und hart und lässt jedes Gericht künstlich wirken. Zweitens pralle Mittagssonne direkt auf dem Teller, die frisst helle Details weg und wirft scharfe Schatten. Weiches, leicht bewölktes Tageslicht ist das schmeichelhafteste. Im Restaurant mit warmem Kunstlicht drehst du den Teller, bis die schönste Seite zur hellsten Lichtquelle zeigt.

Schritt 2: Den Winkel zum Gericht wählen

Es gibt nicht den einen richtigen Winkel, sondern einen passenden je Gericht. Drei Perspektiven decken fast alles ab:

  • Von oben (Vogelperspektive). Handy flach über den Teller halten und gerade nach unten fotografieren. Ideal für flache Teller, Bowls, Pizza oder eine gedeckte Tafel, also alles, was seine Geschichte in der Fläche erzählt.
  • Aus etwa 45 Grad. Der Blickwinkel, den du am Tisch sitzend hast, und der vielseitigste überhaupt. Er zeigt Oberfläche und ein Stück Tiefe zugleich und passt für Gerichte mit Schichten oder Garnitur wie Burger und Kuchen.
  • Von der Seite. Für alles mit Höhe: ein hohes Getränk, ein Eisbecher, ein mehrstöckiger Burger. Frontal auf Augenhöhe des Gerichts betont die Höhe.

Probier ruhig zwei Winkel und vergleiche.

Schritt 3: Raster einschalten und den Bildaufbau setzen

Das Raster teilt den Sucher in neun Felder und hilft dir, das Hauptmotiv bewusst zu platzieren statt stumpf in die Mitte. Die Drittel-Regel sagt: Leg das Wichtigste auf eine der Linien oder auf einen der vier Schnittpunkte, dann wirkt das Bild lebendiger als eine zentrierte Aufnahme. So schaltest du das Gitter ein:

iPhone: Öffne die App Einstellungen, tippe auf Kamera und aktiviere den Schalter Raster. Beim nächsten Öffnen der Kamera liegt das Gitter über dem Bild.

Samsung Galaxy und Android: Öffne die Kamera-App, tippe auf das Zahnrad für die Einstellungen und schalte Gitterlinien ein. Auf aktuellen Galaxy-Modellen mit One UI 7 findest du an gleicher Stelle zusätzlich eine Ausrichtungs- beziehungsweise Kompositionshilfe. Bei anderen Android-Handys sitzt der Schalter ebenfalls in den Kamera-Einstellungen.

Achte außerdem darauf, dass Tischkante oder Tellerrand gerade im Bild liegen, auch dabei hilft das Raster.

Schritt 4: Fokus setzen und Helligkeit nachziehen

Die Kamera rät, worauf sie scharf stellen soll, und liegt bei einem Teller oft daneben. Bestimm den Fokuspunkt selbst.

iPhone: Tipp im Sucher auf das Detail, das am schärfsten sein soll, etwa die Garnitur obenauf. Es erscheint ein gelber Rahmen, rechts daneben ein kleines Sonnensymbol. Zieh es nach oben für ein helleres, nach unten für ein dunkleres Bild. Willst du Fokus und Helligkeit festhalten, während du das Handy noch bewegst, tipp auf die Stelle und halt den Finger kurz gedrückt, bis oben gelb AE/AF-Sperre erscheint. Zum Lösen tippst du einmal ins Bild.

Samsung Galaxy und Android: Tipp auf das Motiv, um den Fokus zu setzen. Neben dem Fokusrahmen erscheint ein Helligkeits- beziehungsweise Sonnenregler, den du nach oben oder unten schiebst. Fokus und Belichtung sperrst du, indem du die Stelle berührst und gedrückt hältst, bis der Rahmen fixiert ist. Ein Tipp auf das Display löst die Sperre wieder.

Der häufigste Fehler ist ein zu dunkles Bild, weil die Kamera auf einen hellen Hintergrund misst. Ein Schubs am Sonnenregler nach oben rettet oft das ganze Foto.

Schritt 5: Näher ran, nicht zoomen

Details machen den Reiz aus, der glänzende Käse, die Sesamkörner, der Dampf. Der Digitalzoom vergrößert nur den Ausschnitt und kostet Schärfe. Geh lieber mit dem ganzen Handy näher heran. Wird das Bild dabei unscharf, hat dein Gerät vielleicht einen Makromodus, auf den viele aktuelle Modelle automatisch umschalten. Willst du das Gericht vom Hintergrund abheben, lenkt der Porträtmodus über die eingerechnete Tiefenunschärfe den Blick aufs Essen.

Bei wenig Licht: HDR und Nachtmodus

Im abgedunkelten Restaurant stößt jede Handy-Kamera an ihre Grenze, dann arbeiten zwei Helfer im Hintergrund. HDR gleicht große Helligkeitsunterschiede aus, etwa Kerze auf dunklem Tisch, mehr dazu in HDR beim Handy-Foto erklärt. Ist es richtig dunkel, sammelt der Nachtmodus über mehrere Sekunden Licht, dann heißt es still halten, bis die Aufnahme durch ist, siehe Nachtmodus beim Handy erklärt. Wer die volle Kontrolle will, findet sie im Pro-Modus zum manuellen Fotografieren.

Was das mit dem Gerät zu tun hat

Für gutes Food-Foto brauchst du kein Spitzenmodell. Der größte Hebel ist Licht und Bildaufbau, und beides kostet nichts. Die Kamera macht vor allem bei wenig Licht einen Unterschied, wo Sensorgröße und Rechenleistung zählen, und das meiste davon steckt in der Software, die per Update besser wird. Deshalb liefert ein solides, gepflegtes Modell aus den letzten Generationen fast immer Fotos, die vor wenigen Jahren undenkbar waren. Worauf du beim Kamera-Kauf achtest, steht in Handy-Kamera: worauf achten. Ein geprüftes Smartphone aus einer jüngeren Reihe reicht fürs Essen am Tisch locker aus, du musst nicht zur teuersten Variante greifen.

Talkis Empfehlung

Merk dir die Reihenfolge, dann brauchst du keine Bearbeitungs-App: erst ans Fenster mit dem Teller, Blitz aus. Dann den Winkel zum Gericht wählen. Raster einblenden und das Hauptmotiv aus der Mitte auf einen Schnittpunkt legen. Zum Schluss auf das schärfste Detail tippen und die Helligkeit einen Tick nach oben ziehen. Vier Handgriffe, und aus dem faden Schnappschuss wird ein Foto, das Appetit macht. Wenn du unsicher bist, ob deine Kamera bei schwachem Restaurantlicht noch mitkommt, frag mich.

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Häufige Fragen

Wie fotografiere ich Essen mit dem Handy, ohne dass es flach aussieht? Der wichtigste Punkt ist seitliches Tageslicht statt Blitz oder Deckenlampe. Stell den Teller ans Fenster, sodass das Licht von der Seite kommt, und schalte den Blitz aus. Das bringt Struktur und Tiefe heraus, frontales Licht macht das Gericht platt.

Welcher Winkel ist der beste, um Essen zu fotografieren? Es kommt auf das Gericht an. Flache Teller und Bowls wirken von oben am besten, geschichtete Speisen wie Burger oder Kuchen aus etwa 45 Grad, und alles mit Höhe wie Getränke von der Seite.

Wie schalte ich das Kamera-Raster ein? Beim iPhone unter Einstellungen, dann Kamera, dann den Schalter Raster aktivieren. Bei Samsung Galaxy öffnest du die Kamera, tippst auf das Zahnrad und schaltest Gitterlinien ein, auf aktuellen Modellen mit One UI 7 gibt es an gleicher Stelle zusätzlich eine Kompositionshilfe. Andere Android-Handys haben den Schalter ebenfalls in den Kamera-Einstellungen.

Mein Foto ist zu dunkel, was mache ich falsch? Meist misst die Kamera die Helligkeit an einer hellen Stelle im Bild und stellt das Essen dadurch zu dunkel dar. Tipp auf das Gericht, um den Fokus zu setzen, und zieh dann den Helligkeits- oder Sonnenregler ein Stück nach oben.

Brauche ich ein teures Handy für gute Food-Fotos? Nein. Der größte Unterschied kommt von Licht, Winkel und Bildaufbau, und das kostet nichts. Ein Vorteil aktueller Modelle zeigt sich vor allem bei wenig Licht. Ein gut gepflegtes Gerät aus den letzten Generationen reicht für Essen am Tisch völlig aus.

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