Samsung Notruf SOS einrichten: die Notfall-Funktionen auf Android
Ein Handy ist im Alter vor allem eines: die Sicherheit, im Ernstfall schnell Hilfe zu bekommen. Genau dafür haben moderne Android-Handys mehrere Notfall-Funktionen fest eingebaut, die viele nie einrichten, weil sie tief in den Einstellungen liegen. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Notruf SOS, SOS-Nachrichten und die Notfallinfos im Sperrbildschirm auf dem Samsung Galaxy und auf dem Google Pixel einrichtest. Für das iPhone haben wir das im eigenen Ratgeber beschrieben, hier geht es um Android.
Das Wichtigste in Kürze
- Notruf SOS wählt per Tastendruck automatisch den Notruf, ohne dass du eine Nummer eingeben musst. Auf Samsung heißt die Funktion Notfall-SOS, auf dem Pixel Notfall-SOS in der Google-App „Persönliche Sicherheit".
- SOS-Nachrichten informieren deine Notfallkontakte zusätzlich mit deinem Standort, je nach Gerät auch mit einem Foto oder einer kurzen Tonaufnahme.
- Notfallinfos im Sperrbildschirm zeigen Ersthelfern deine medizinischen Angaben und Notfallkontakte, ohne dass das Handy entsperrt werden muss.
- Der Auslöser ist meist die Seitentaste (Ein/Aus-Taste), mehrmals schnell hintereinander gedrückt. Wie oft, legst du selbst fest.
- Sturzerkennung gibt es auf dem Handy nicht, dafür brauchst du eine Smartwatch. Das Handy allein deckt Notruf SOS, SOS-Nachrichten und die Notfallinfos ab.
Schritt 1: Notfall-SOS auf dem Samsung Galaxy einrichten
Auf dem Galaxy findest du alles gebündelt an einer Stelle. Öffne Einstellungen → Sicherheit und Notfälle → Notfall-SOS.
- Einschalten. Aktiviere den Schalter für Notfall-SOS.
- Auslöser festlegen. Als Auslöser dient die Seitentaste, die du mehrmals schnell hintereinander drückst. Wie oft (drei- oder viermal) und was dabei passieren soll, stellst du hier selbst ein.
- Notruf wählen. Lege fest, dass beim Auslösen automatisch die Notrufnummer gewählt wird. In Deutschland ist das die 112.
- Countdown und Ton. Beim Auslösen läuft ein kurzer Countdown mit Signalton, damit ein versehentliches Auslösen abgebrochen werden kann.
Probiere das Auslösen einmal in Ruhe aus und brich es während des Countdowns wieder ab, damit du das Gefühl dafür hast. So weißt du im Ernstfall, was passiert, und löst nicht aus Versehen einen echten Notruf aus.
Schritt 2: SOS-Nachrichten an Notfallkontakte einrichten
Der Notruf allein ruft die Leitstelle. Damit auch die Familie Bescheid weiß, richtest du zusätzlich die SOS-Nachrichten ein. Sie gehen beim Auslösen an deine hinterlegten Notfallkontakte.
- Kontakte hinterlegen. Unter Einstellungen → Sicherheit und Notfälle legst du deine Notfallkontakte an, etwa Kinder oder Nachbarn.
- SOS-Nachrichten aktivieren. Im Bereich Notfall-SOS schaltest du „SOS-Nachricht senden" ein. Beim Auslösen bekommen deine Kontakte dann eine Nachricht mit deinem aktuellen Standort.
- Foto und Ton (je nach Modell). Viele Galaxy-Modelle können den Kontakten zusätzlich ein Foto der Vorder- und Rückkamera und eine kurze Tonaufnahme mitschicken. Ob dein Gerät das kann, siehst du in denselben Einstellungen.
Wichtig ist, dass die Notfallkontakte vorher wissen, dass sie eingetragen sind, und was so eine Nachricht bedeutet. Sonst geht die wichtige Information im Zweifel unter.
Schritt 3: Notfallinfos im Sperrbildschirm hinterlegen
Diese Funktion ist die stille, aber vielleicht wichtigste. Sie zeigt Ersthelfern und dem Rettungsdienst deine medizinischen Angaben und Notfallkontakte, ohne dass jemand das Handy entsperren muss. Wer dich findet und nicht ansprechbar ist, sieht so, ob du Medikamente nimmst, Allergien hast, und wen er anrufen kann.
Auf dem Samsung Galaxy:
- Öffne Einstellungen → Sicherheit und Notfälle → Medizinische Informationen.
- Trage ein, was im Notfall zählt: Blutgruppe, Allergien, Medikamente, Vorerkrankungen.
- Lege unter Notfallkontakte die Personen an, die im Ernstfall benachrichtigt werden sollen.
- Sichtbar wird das über den Notruf-Bildschirm: Auf dem gesperrten Handy tippt man auf Notruf und dann auf die medizinischen Informationen.
Auf dem Google Pixel:
- Öffne Einstellungen → Sicherheit und Notfall → Medizinische Informationen (bzw. die App „Persönliche Sicherheit").
- Trage dieselben Angaben ein und ergänze unter Notfallkontakte die Ansprechpartner.
- Auch hier erreicht man die Infos über die Schaltfläche Notruf auf dem Sperrbildschirm.
Da unter den medizinischen Angaben auch die Medikamente stehen: Wer die Einnahme nicht vergessen will, lässt sich vom Handy erinnern. Wie du das auf Android und iPhone einrichtest, zeigt der Ratgeber Medikamente nicht vergessen.
Schritt 4: Notfall-SOS auf dem Google Pixel
Beim Pixel steckt die Notfall-Logik in der Google-App „Persönliche Sicherheit" und unter Einstellungen → Sicherheit und Notfall. Das Grundprinzip ist dasselbe wie bei Samsung, die Wege heißen nur anders.
- Notfall-SOS. Aktiviere unter Sicherheit und Notfall den Notfall-SOS. Ausgelöst wird er, indem du die Ein/Aus-Taste fünfmal schnell hintereinander drückst. Danach läuft ein Countdown mit Alarm, bevor der Notruf gewählt wird.
- Aktionen festlegen. Du kannst einstellen, dass beim Auslösen zusätzlich die Notfallkontakte mit deinem Standort informiert werden und optional eine Notfall-Videoaufnahme startet.
- Notfall-Standortdienst. Android schickt beim Anruf einer Notrufnummer den Standort automatisch an die Rettungsleitstelle mit (Emergency Location Service). Das läuft im Hintergrund und muss nicht eingerichtet werden.
- Unfallerkennung. Manche Pixel-Modelle erkennen einen schweren Autounfall und holen automatisch Hilfe. Diese Funktion ist nur in ausgewählten Regionen und Sprachen verfügbar, prüfe darum in der App, ob sie bei dir angeboten wird.
Wenn du ein Pixel neu einrichtest oder von Grund auf verstehen willst, wie die Google-Dienste zusammenspielen, hilft dir der Ratgeber Google Pixel einrichten.
Schritt 5: Standort dauerhaft mit der Familie teilen
Neben dem akuten Notruf gibt es die ruhigere Variante: den Standort dauerhaft mit Angehörigen teilen. Das nimmt beiden Seiten Druck, weil niemand ständig anrufen muss, um zu wissen, dass alles in Ordnung ist.
- Auf Android übernimmt das die Standortfreigabe in Google Maps. In der Maps-App tippst du auf dein Profilbild, dann auf „Standortfreigabe", und teilst deinen Standort mit einem ausgewählten Kontakt, dauerhaft oder für eine begrenzte Zeit.
- Das funktioniert plattformübergreifend: Der Angehörige kann den Standort auch auf einem iPhone empfangen, solange er ein Google-Konto und die Maps-App hat.
Was das Handy allein nicht kann: Sturzerkennung ehrlich abgegrenzt
Damit du nichts erwartest, was nicht da ist: Eine Sturzerkennung, die einen harten Sturz von selbst erkennt und dann Hilfe ruft, gibt es auf dem Handy nicht. Diese Funktion sitzt in einer Smartwatch, die am Handgelenk die Bewegung misst, etwa bei der Galaxy Watch oder der Apple Watch. Wer nach einem Sturz automatisch Hilfe geholt haben möchte, kombiniert das Handy mit einer solchen Uhr. Das Handy allein deckt Notruf SOS, SOS-Nachrichten mit Standort und die Notfallinfos im Sperrbildschirm ab, und das ist für die meisten schon ein großer Schritt.
Auch ein einfaches Zweitgerät kann sinnvoll sein, etwa ein leichtes Notfallhandy für unterwegs. Wann sich das lohnt, haben wir im Ratgeber Zweithandy und Notfallhandy: wann sinnvoll beschrieben.
Das übersichtliche Handy dazu
Notfall-Funktionen helfen nur, wenn das Handy im Alltag nicht überfordert. Ein zu volles, zu verschachteltes Menü führt dazu, dass die wichtigen Dinge untergehen. Darum lohnt es sich, das Handy bewusst einfacher einzurichten: größere Schrift, klare Startseite, weniger Apps. Wie du Samsung und Pixel in einen aufgeräumten, einfachen Modus schaltest, steht Schritt für Schritt im Ratgeber Smartphone in den einfachen Modus schalten. Und wer die Apple-Seite dieser Funktionen sucht, findet sie im Ratgeber iPhone als sicheres Handy für Senioren.
Und die ehrliche Einordnung, weil sie zu unserem Geschäft gehört: Für all diese Funktionen brauchst du kein teures neues Spitzenmodell. Notfall-SOS, SOS-Nachrichten und die Notfallinfos sind in aktuellen Android-Handys aller Preisklassen eingebaut. Worauf es ankommt, ist ein Gerät, das übersichtlich zu bedienen ist und noch Software-Updates bekommt. Genau danach ist meine Beratung Einfaches Smartphone für Senioren sortiert, mit neuen und im Haus geprüften, generalüberholten Geräten.
Talkis Empfehlung
Nimm dir eine halbe Stunde und richte die drei Dinge der Reihe nach ein: Notfall-SOS, die SOS-Nachrichten mit Notfallkontakten, und die Notfallinfos im Sperrbildschirm. Am besten gemeinsam mit der Person, die im Ernstfall angerufen werden soll, dann weiß jeder, was passiert. Probiere das Auslösen einmal aus und brich es im Countdown ab, damit die Bedienung sitzt. Wenn du unsicher bist, welches Android-Handy übersichtlich genug ist und lange genug Updates bekommt, frag mich, ich helfe dir bei der Auswahl.
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Häufige Fragen
Wie löse ich den Notruf SOS auf dem Samsung Galaxy aus? Über die Seitentaste, die du mehrmals schnell hintereinander drückst. Wie oft, legst du vorher unter Einstellungen, Sicherheit und Notfälle, Notfall-SOS fest. Nach einem kurzen Countdown wählt das Handy automatisch den Notruf und kann deine Notfallkontakte mit Standort informieren.
Wo trage ich meine Notfallkontakte ein, damit sie im Sperrbildschirm stehen? Auf dem Samsung unter Einstellungen, Sicherheit und Notfälle, bei den medizinischen Informationen und Notfallkontakten. Auf dem Pixel unter Einstellungen, Sicherheit und Notfall. Diese Angaben sind dann über die Schaltfläche Notruf auf dem gesperrten Handy sichtbar, ohne dass es entsperrt werden muss.
Funktioniert das auch auf einem Google Pixel? Ja. Beim Pixel heißt der Auslöser Notfall-SOS, ausgelöst wird er durch fünfmaliges schnelles Drücken der Ein/Aus-Taste. Die medizinischen Angaben und Kontakte pflegst du in der App Persönliche Sicherheit oder unter Sicherheit und Notfall.
Hat ein Android-Handy eine Sturzerkennung? Nein, nicht das Handy selbst. Eine Sturzerkennung, die einen Sturz automatisch erkennt und Hilfe ruft, gibt es nur in einer Smartwatch wie der Galaxy Watch oder der Apple Watch. Das Handy deckt Notruf SOS, SOS-Nachrichten und die Notfallinfos ab.
Wird mein Standort beim Notruf automatisch übermittelt? Beim Anruf einer Notrufnummer schickt Android über den Notfall-Standortdienst den Standort automatisch an die Rettungsleitstelle mit. Das musst du nicht extra einrichten. Deine Notfallkontakte bekommen den Standort nur, wenn du die SOS-Nachrichten aktiviert hast.
Kann ich das Auslösen üben, ohne einen echten Notruf abzusetzen? Ja. Beim Auslösen läuft immer zuerst ein Countdown mit Signalton. Wenn du in dieser Zeit abbrichst, wird kein Notruf gewählt. So kannst du die Bedienung gefahrlos ausprobieren.
Muss ich für diese Funktionen ein teures Handy kaufen? Nein. Notfall-SOS, SOS-Nachrichten und die Notfallinfos im Sperrbildschirm sind in aktuellen Android-Handys quer durch alle Preisklassen eingebaut. Wichtiger ist, dass das Gerät übersichtlich zu bedienen ist und noch Updates bekommt.