AirDrop funktioniert nicht: Ursachen und Lösungen
- Meistens liegt es an drei Schaltern: WLAN an, Bluetooth an, Persönlicher Hotspot aus. AirDrop braucht beide Funkwege gleichzeitig, und der Hotspot belegt einen davon.
- Der zweite Klassiker ist die Empfangseinstellung auf dem Gerät, das etwas bekommen soll. Steht sie auf „Empfangen aus“, taucht das Gerät bei niemandem auf. Steht sie auf „Nur für Kontakte“, taucht es nur bei Leuten auf, in deren Kontakten du mit der richtigen Nummer oder Mailadresse stehst.
- Mein Rat: geh die Liste unten der Reihe nach durch, statt sofort neu zu starten. Der Neustart hilft, aber er verrät dir nie, was eigentlich los war.
Du willst ein Foto rüberschicken, tippst auf Teilen, und im AirDrop-Feld bleibt es leer. Oder das andere iPhone erscheint kurz und verschwindet wieder. Das ist selten ein Defekt. AirDrop hat ein paar Voraussetzungen, die man leicht übersieht, und fast alle davon sitzen auf dem Gerät, das empfangen soll. Diese Anleitung geht die Ursachen der Reihe nach durch, sagt dir bei jeder, woran du sie erkennst, und nennt den Menüpfad, mit dem du sie abstellst.
Der Schnellcheck
Diese fünf Punkte lösen die meisten Fälle. Wichtig: auf beiden Geräten prüfen, nicht nur auf deinem.
- WLAN aktiviert
- Bluetooth aktiviert
- Persönlicher Hotspot deaktiviert
- Empfangseinstellung auf „Nur für Kontakte“ oder „10 Minuten für alle“
- Beide Geräte höchstens 10 Meter voneinander entfernt und entsperrt
Bringt das nichts, geht es unten ins Detail.
WLAN oder Bluetooth ist aus
Woran du es erkennst: In der Statusleiste fehlt das WLAN-Symbol, oder im Kontrollzentrum ist eines der beiden Symbole grau statt blau. Apple nennt beides als Voraussetzung, weil AirDrop die Geräte per Bluetooth findet und die Daten anschließend über eine direkte WLAN-Verbindung schickt. Nur eines von beiden reicht nicht.
Was du tust: Öffne die Einstellungen und aktiviere „WLAN“ und „Bluetooth“. Du musst dich in kein Netz einwählen, die Funktion muss nur eingeschaltet sein. Nimm dafür die Einstellungen und nicht das Kontrollzentrum: Ein Tipp auf das Bluetooth-Symbol dort trennt nur die aktuellen Verbindungen, statt Bluetooth wirklich abzuschalten. Auch der Flugmodus schaltet beides ab, obwohl du WLAN darin einzeln wieder aktivieren kannst.
Wenn Bluetooth grundsätzlich zickt und auch andere Geräte nicht mehr findet, hilft dir der Ratgeber Bluetooth verbindet nicht weiter.
Der Persönliche Hotspot läuft
Woran du es erkennst: In der Statusleiste steht ein Hinweis auf eine aktive Freigabe, oder unter „Einstellungen“ › „Persönlicher Hotspot“ ist „Zugriff für andere erlauben“ aktiv. Apple schreibt dazu klar: Hat einer von euch den Persönlichen Hotspot an, schaltet ihn aus.
Was du tust: „Einstellungen“ › „Persönlicher Hotspot“ öffnen und „Zugriff für andere erlauben“ deaktivieren. Danach taucht das Gerät in der Regel sofort auf. Wie du den Hotspot später wieder korrekt einrichtest, steht in Hotspot einrichten am Handy.
Die Empfangseinstellung steht auf „Empfangen aus“
Das ist die häufigste Ursache, wenn ein Gerät gar nicht erst in der Liste erscheint. AirDrop kennt drei Zustände: für niemanden sichtbar, nur für Kontakte sichtbar, für alle sichtbar.
Woran du es erkennst: Auf dem Empfängergerät steht die Einstellung auf „Empfangen aus“.
Was du tust: „Einstellungen“ › „Allgemein“ › „AirDrop“ und dort die passende Option wählen. Schneller geht es über das Kontrollzentrum: Von oben rechts nach unten wischen, den Block mit den Funkeinstellungen oben links gedrückt halten, auf „AirDrop“ tippen und „Nur für Kontakte“ oder „10 Minuten für alle“ wählen.
„Nur für Kontakte“ ist an, aber du stehst nicht drin
Woran du es erkennst: Andere Leute sehen das Gerät, du nicht. Oder du siehst es, obwohl der andere neben dir steht, plötzlich nicht mehr.
Was dahintersteckt: „Nur für Kontakte“ verlangt, dass du im Adressbuch der anderen Person gespeichert bist. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit der Mailadresse oder Telefonnummer, die zu deinem Apple Account gehört. Ein Kontakteintrag mit einer alten Zweitnummer reicht nicht.
Was du tust: Entweder die Kontaktkarte auf beiden Seiten um die richtige Adresse ergänzen, oder für den Moment auf „10 Minuten für alle“ wechseln. Das ist die pragmatische Lösung, wenn du auf die Schnelle etwas an eine fremde Person schicken willst.
Die zehn Minuten sind abgelaufen
Woran du es erkennst: Es hat eben noch funktioniert und geht auf einmal nicht mehr.
Was dahintersteckt: Seit iOS 16.2 heißt die offene Einstellung nicht mehr „Alle“, sondern „10 Minuten für alle“, und sie hält genau so lange. Danach springt sie zurück, bei angemeldetem Apple Account auf „Nur für Kontakte“, ohne Anmeldung auf „Empfangen aus“. Das ist Absicht und verhindert, dass dir Fremde dauerhaft Bilder schicken können.
Was du tust: Die Einstellung im Kontrollzentrum einfach erneut auf „10 Minuten für alle“ setzen.
Ihr seid zu weit auseinander
Woran du es erkennst: Das Gerät erscheint, verschwindet, erscheint wieder. Oder die Übertragung bricht mittendrin ab.
Was dahintersteckt: Apple nennt als Voraussetzung, dass die Geräte nicht weiter als 10 Meter auseinander liegen. Wände, Möbel und volle Funkkanäle drücken diesen Wert in der Praxis. Ein Detail, das viele nicht wissen: Verlässt du die Reichweite erst, nachdem die Übertragung schon läuft, wird sie über das Internet fortgesetzt.
Was du tust: Geh näher ran, leg die Geräte im Zweifel nebeneinander. Bei iOS 17 und neuer kannst du die beiden iPhones auch einfach zusammenhalten, dann startet die Übertragung von selbst.
Fokus oder „Nicht stören“ ist aktiv
Woran du es erkennst: Am Sperrbildschirm steht ein Fokus-Symbol, dein Gerät bleibt still.
Was dahintersteckt: Ein Fokus schaltet Mitteilungen stumm. Die AirDrop-Anfrage will aber genau darüber angenommen werden, du musst auf „Akzeptieren“ tippen. Ohne Ton und mit dunklem Bildschirm übersieht man das leicht, und dem Absender sieht es so aus, als käme nichts an.
Was du tust: Fokus im Kontrollzentrum ausschalten, das Gerät entsperren und den Bildschirm anlassen, während die andere Person sendet. Zwischen zwei eigenen Geräten mit demselben Apple Account entfällt das Bestätigen übrigens ganz, die Übertragung wird automatisch akzeptiert.
Beschränkungen unter Bildschirmzeit
Woran du es erkennst: AirDrop taucht im Teilen-Menü überhaupt nicht auf, oder der Eintrag unter „Einstellungen“ › „Allgemein“ fehlt. Typisch bei Geräten, die einmal als Kindergerät eingerichtet wurden oder aus einer Firmenverwaltung stammen.
Was du tust: „Einstellungen“ › „Bildschirmzeit“ › „Beschränkungen“ öffnen und dort „Erlaubte Apps & Funktionen“ prüfen. In dieser Liste lassen sich integrierte Funktionen abschalten, eine deaktivierte Funktion wird nicht gelöscht, sondern nur ausgeblendet. Ist ein Bildschirmzeit-Code gesetzt, brauchst du ihn zum Ändern. Die Systematik dahinter steht in Bildschirmzeit für Kinder am iPhone.
Ältere iOS-Version auf einem der Geräte
Woran du es erkennst: Auf dem älteren Gerät heißt die offene Einstellung „Alle“ statt „10 Minuten für alle“, oder „Nur Kontakte“ fehlt ganz.
Was dahintersteckt: AirDrop selbst gibt es seit iOS 7 und iPadOS 13. „Nur Kontakte“ setzt iOS 10, iPadOS 13 oder macOS 10.12 voraus, „10 Minuten für alle“ erst iOS 16.2 beziehungsweise iPadOS 16.2. Auf älteren Systemen bleibt die Einstellung dauerhaft offen, bis du sie von Hand wieder abschaltest.
Was du tust: Wähle auf dem alten Gerät im Kontrollzentrum „Alle“, schick die Datei und stell danach wieder zurück. Ein Systemupdate über „Einstellungen“ › „Allgemein“ › „Softwareupdate“ räumt das Thema dauerhaft ab, sofern das Modell noch versorgt wird.
Ein VPN blockiert das lokale Netz
Woran du es erkennst: AirDrop hat funktioniert, bis du eine VPN-App installiert hast. Auch Drucker oder Streaming im Heimnetz spinnen.
Was du tust: Apple weist darauf hin, dass die VPN-Konfiguration lokale Netzwerke nicht unterbinden darf, sonst leiden die Funktionen zwischen den Geräten. Schalte das VPN testweise ab. Klappt AirDrop dann, such in der VPN-App nach einer Option für lokalen Netzwerkzugriff.
Was am Mac anders ist
Am Mac sitzen die Schalter woanders, und es kommt eine Fehlerquelle dazu.
- Die Empfangseinstellung liegt im Kontrollzentrum in der Menüleiste: auf „AirDrop“ klicken, dann auf den Pfeil daneben und „Nur Kontakte“ oder „Alle“ wählen. Ist das Symbol blau, ist AirDrop aktiv.
- Der zweite Weg führt über den Finder: neues Fenster öffnen, in der Seitenleiste auf „AirDrop“ klicken, unten im Fenster steht das Menü „Ich bin sichtbar für“.
- Empfängst du etwas, während das AirDrop-Fenster im Finder offen ist, erscheint die Annehmen-Meldung dort und nicht in der Mitteilungszentrale. Wer nur auf die Mitteilungen schaut, wartet vergeblich.
- Ankommende Dateien landen am Mac oft im Ordner „Downloads“, nicht in der App, aus der sie geschickt wurden. Wenn du denkst, es sei nichts angekommen, schau dort zuerst.
- Die Firewall kann dazwischenfunken. Unter „Systemeinstellungen“ › „Netzwerk“ › „Firewall“ › „Optionen“ gibt es „Alle eingehenden Verbindungen blockieren“. Apple beschreibt diese Option so, dass sie Verbindungen zu allen Freigabediensten verhindert. Für einen Test kurz deaktivieren.
Wenn nichts davon hilft
Dann ist der Neustart dran, auf beiden Geräten. Apple nennt ihn als nächsten Schritt, wenn AirDrop nicht funktioniert. Danach den Schnellcheck noch einmal durchgehen, weil ein Neustart den Flugmodus oder eine Empfangseinstellung nicht automatisch richtig setzt.
Zwei Sonderfälle noch. Unter „Einstellungen“ › „Allgemein“ › „AirDrop“ gibt es die Option „Mobile Daten verwenden“. Ist sie aus, nutzt AirDrop außerhalb der Bluetooth- und WLAN-Reichweite kein Mobilfunknetz mehr, was erklären kann, warum eine Übertragung unterwegs stehen bleibt. Und haben beide Seiten iOS 26.2 oder neuer und kennt ihr euch nicht, fragt das System nach einem AirDrop-Code: Die empfangende Person tippt auf „AirDrop-Code anfordern“ und nennt dir den Code, du gibst ihn ein.
Wenn du das Thema lieber von vorn aufziehen willst, inklusive des Android-Pendants Quick Share, hilft dir Dateien drahtlos teilen mit AirDrop und Quick Share.
Häufige Fragen
Warum sieht mein iPhone das andere iPhone nicht? Meistens, weil auf dem anderen Gerät die Empfangseinstellung auf „Empfangen aus“ steht oder auf „Nur für Kontakte“ und du dort nicht mit der richtigen Nummer gespeichert bist. Zweiter Verdacht: ein aktiver Persönlicher Hotspot auf einem der Geräte.
Funktioniert AirDrop ohne WLAN-Netz? Ja. Ihr müsst in keinem gemeinsamen Netz sein und braucht kein Internet. WLAN muss aber eingeschaltet sein, weil die eigentliche Übertragung darüber läuft.
Geht AirDrop zwischen iPhone und Android? Nein. AirDrop funktioniert zwischen iPhone, iPad und Mac. Für die Strecke zu einem Android-Gerät nimmst du Quick Share, einen Messenger oder einen Cloud-Ordner.
Warum bricht die Übertragung mittendrin ab? Fast immer Abstand oder ein gesperrter Bildschirm auf der Gegenseite. Geht näher ran, lasst beide Geräte an und startet erneut.
Wo landen die empfangenen Dateien? Auf iPhone und iPad in der App, aus der sie geschickt wurden, ein Foto also in „Fotos“. Manches liegt in „Dateien“. Am Mac landen viele Objekte automatisch im Ordner „Downloads“.
Fazit
AirDrop ist störanfällig, weil es zwei Funkwege gleichzeitig braucht und weil die entscheidende Einstellung nicht bei dir liegt, sondern beim Empfänger. Wer das weiß, spart sich das Raten: erst WLAN und Bluetooth, dann Hotspot, dann die Empfangseinstellung, dann Abstand. Bleibt es dabei, lohnt der Blick auf Bildschirmzeit, VPN und, am Mac, auf die Firewall. Der Neustart kommt zuletzt, nicht zuerst.
Bei talk-point sind alle iPhones und Macs im Haus geprüft und auf Funktion kontrolliert, mit 30 Tagen Rückgaberecht. Den Zustand weisen wir vorher offen aus.
Über diesen Ratgeber
Diesen Ratgeber hat Talki zusammengestellt, der digitale Assistent von talk-point. Du hast eine Frage, die hier nicht beantwortet wird, oder brauchst Hilfe bei der Geräteauswahl? Frag Talki — er hilft dir direkt weiter.